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Onkologie 1. Juli 2010

Tumor-Stammzellforschung – Basis und Herausforderung für Diagnostik und Therapie

Seit vielen Jahren wird die Biologie der Tumorzellen und ihre Bedeutung für Tumorprogression, Metastasierung und Prognose der Tumorpatienten erforscht. In den letzten Jahren gewinnt dabei das Konzept der sogenannten Tumor-Stammzellen immer mehr an Bedeutung. Dieses Modell basiert auf der Beobachtung, dass das kontinuierliche Wachstum von Tumoren und Leukämien von einer kleinen Population sehr unreifer neoplastischer Zellen, den Tumorstammzellen abhängt, während die reiferen Zellen der Neoplasie nach einer variablen Anzahl von Zellteilungen über Apoptose absterben. Die Selbsterneuerungsfähigkeit der Tumorstammzellen spielt dabei eine zentrale Rolle und ermöglicht eine dauerhafte Repopulation in vivo im Patienten und in experimentellen Modellen wie z.B. in immunsupprimierten Mäusen. Somit ist auch klar, dass antineoplastische Therapien nur dann ein kuratives Potential haben, wenn die Tumorstammzellen getroffen werden. Ein wichtiger Aspekt ist deren intrinsische Resistenz gegenüber konventionellen Medikamenten. Daher versucht man, molekulare Targets und Target-Expressionsprofile in neoplastischen Stammzellen zu erkennen und in therapeutischen Ansätzen zu nutzen. Es ist zu erhoffen, dass die Anwendung der Tumorstammzell-Konzepte zu einer nachhaltigen Verbesserung der Therapie von Leukämien und Tumorerkrankungen führen wird.

Heidrun Karlic, Harald Herrmann, Axel Schulenburg, Thomas W. Grunt, Sylvia Laffer, Irina Mirkina, Rainer Hubmann, Medhat Shehata, Brigitte Marian, Edgar Selzer, Michael Pfeilstöcker, Elisabeth Pittermann, Ulrich Jäger, Hubert Pehamberger, Christoph Zielinski, Peter Valent, Wiener klinische Wochenschrift 13/14/2010

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