zur Navigation zum Inhalt
Foto: Archiv
Prof. Dr. Christine Marosi
Foto: Archiv

Prof. Dr. Michael Gnant

 
Onkologie 22. Juni 2010

Starkes heimisches Lebenszeichen am ASCO

Die Krebsforschung der MedUni Wien war in Chicago mit elf Beiträgen vertreten.

Onkologinnen und Onkologen der Wiener MedUni konnten unter anderem Erstpublikationen vorstellen, die am ASCO ihre internationale Premiere feierten. Die Beiträge der MedUni Wien decken das gesamte Themenspektrum der aktuellen Krebsforschung ab. Auffällig ist die starke Interdisziplinarität der Projekte.

 

Prof. Dr. Christine Marosi, Leiterin der Programmdirektion für Hirntumore an der Universitätsklinik für Innere Medizin I, präsentierte innerhalb der Nordic Clinical Brain Tumour Study Group neue Ansätze bei der Behandlung von Hirntumoren bei älteren Patienten und zeigte, dass kurze intensivierte Radiotherapie oder alleinige Chemotherapie gute Behandlungsalternativen bei dieser Patientengruppe darstellen.

Prof. Dr. Michael Gnant, Universitätsklinik für Chirurgie, brachte neueste Erkenntnisse zu ABCSG-12, einer Studie, die bereits 2008 für Aufsehen gesorgt hatte. Damals konnte erstmals der signifikante Wert eines Bisphosphonates in der Tumorbehandlung gezeigt werden. Nun präsentierte Prof. Michael Gnant aktuelle Ergebnisse von ABCSG-12. Die Untersuchungen erfassen mittlerweile einen Zeitraum von bis zu neun Jahren nach der Tumoroperation der Patientinnen.

Auch die Präsentation von Dr. Georg Pfeiler (Klinische Abteilung für Spezielle Gynäkologie) bezog sich auf die ABCSG-Studie 12. Untersucht worden waren Zusammenhänge zwischen der endokrinen Therapie und dem Body Mass Index der Patientinnen.

PD Dr. Matthias Preusser von der Universitätsklinik für Innere Medizin I zeigte in Zusammenarbeit mit dem Klinischen Institut für Neurologie im Rahmen einer internationalen translationellen Kooperationsstudie die prognostische Wertigkeit der Tumorzellwachstumsgeschwindigkeit bei Hirntumoren.

PD Dr. Peter Dubsky von der Universitätsklinik für Chirurgie präsentierte in der Postersession die ABCSG-8-Studie, die ebenfalls international Beachtung findet. Im Mittelpunkt der Studie standen Patientinnen mit durchschnittlich niedrigem Risiko. Bei ihnen wurden zwei Behandlungsstrategien verglichen: Die Sequenz von Tamoxifen, gefolgt von Anastrozol, und die Tamoxifen-Monotherapie.

Das Ziel der neoadjuvanten Studie (ABCSG-24) von Prof. Dr. Günther Steger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I war die Erhöhung der Komplettremissionsrate. Dazu war eine etablierte Chemotherapie (sechs Zyklen Epirubicin-Docetaxel) im Rahmen der Untersuchungen mit Capecitabine kombiniert und die Rate an pathologischen Komplettremissionen nach der definitiven Brustkrebsoperation verglichen worden.

Prof. Dr. Christoph Zielinski, Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin I, sieht in der diesjährigen Präsenz der MedUni Krebsforschung am ASCO die Aufbauarbeit der letzten Jahre bestätigt. „Diese Erfolge sind insbesondere auf die ausgezeichnete interdisziplinäre Interaktion innerhalb der Onkologie an der MedUni Wien zurückzuführen, welche inzwischen in der Etablierung des Comprehensive Cancer Centers an MedUni Wien und AKH Wien resultiert hat“, so Zielinsky. Besonders erfreulich sei auch, dass einige hervorragende Nachwuchswissenschaftler bereits partiell für Aufsehen sorgen konnten.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben