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Onkologie 22. Juni 2010

Melanom: Neuer Therapiestandard

Multidisziplinäres Behandlungsteam notwendig

Der gegen zytotoxisches T-Lymphozyten-Antigen-4 (CTLA-4) gerichtete monoklonale Antikörper Ipilimumab allein oder in Kombination mit einem Impfstoff erhöht das Gesamtüberleben bei Patienten mit nicht-resezierbarem Stadium III/IV Melanom und früherem Behandlungsmisserfolg.

Die doppelblinde, randomisierte Studie unter Leitung von Dr. Steven O’Day vom The Angeles Clinic and Research Institute randomisierte die Patienten auf Ipilimumab alleine (n=137), Ipilimumab plus gp100 (403) oder gp100 alleine (136). Primärer Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben (OS). Nach zwölf Monaten waren noch 46 Prozent der Ipilimumab-Patienten am Leben, verglichen mit 44 Prozent in der Kombinationsgruppe und 25 Prozent in der gp100-Gruppe. Die Hazard Ratio für OS ergab eine 32- bis 34-prozentige Verminderung des Todes-Risikos in den beiden Ipilimumab-Armen, verglichen mit dem Impfstoff-Arm. Der kombinierte Endpunkt Krankheitskontrolle (complete response, partial response und stabile Erkrankung) war 28,5 Prozent für den Ipilimumab-Arm, 20,1 Prozent für den Kombinations-Arm und elf Prozent für den gp100-Arm.

Zu den unerwünschten Nebenwirkungen zählen Hautausschlag, Diarrhö und Hepatitis, von denen die meisten kontrollierbar und reversibel waren. Schwerwiegende Grad 3/4 Toxizitäten (dermatologisch, gastrointestinal, Leber) traten bei immerhin zehn Prozent der Ipilimumab-Patienten auf.

Effektives Management

O’Day: „In den letzten 30 Jahren gab es für diese Krankheit keine Verbesserung des Überlebens. Mit Ipilimumab sehen wir ein Licht am Ende des Tunnels: Der Wirkstoff könnte für Patienten mit metastasiertem Melanom, die nur wenige Optionen haben, der neue Therapiestandard werden.“ Allerdings sei zu beachten, dass sogar in der 3 mg/kg-Dosierung potenziell lebensbedrohliche Komplikationen auftreten könnten. „Die Behandlung muss daher von einem multidisziplinären Team übernommen werden, das ein effektives Management der Toxizitäten gewährleisten kann“, so der Experte.

 

Von Lydia Unger-Hunt, Ärzte Woche 25 /2010

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