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Onkologie 22. Juni 2010

Kinder und Anthrazykline

Kardiotoxizität?

Derzeit ist noch ungeklärt, warum manche Kinder bei niedrigen Dosierungen von Anthrazyklinen eine Kardiotoxizität entwickeln. Das Enzym Carbonylreduktase (CRB) ist primär für das Synthetisieren von Anthrazyklinen zu Alkohol-Metaboliten zuständig. Veränderungen in CRB-Genen könnten diese Aktivität beeinflussen. Forscher der State University of New York evaluierten bei 488 Überlebenden von Krebs im Kindesalter, die Anthrazykline erhalten hatten, die Beziehung zwischen Anthrazyklin-Dosierung, Variationen von CRB-Genen und Risiko einer Kardiomyopathie. 165 hatten vor dem 21. Lebensjahr eine Kardiomyopathie oder eine Stauungsinsuffizienz entwickelt, 323 ehemalige Patienten blieben davon verschont.

Genetische Untersuchung

Bei Patienten, die weniger als 250 mg/m2 in kumulativer Dosierung erhalten hatten, waren Varianten in den CBR1- und CBR3-Genen mit einem erhöhten Risiko für Kardiomyopathie assoziiert (jeweils 5,3- und 3,1-ach). Doch bei Patienten, die mehr als 250 mg/m2 erhalten hatten, lag keine signifikante Assoziation zwischen CBR-Polymorphismen und einem Kardiomyopathie-Risiko vor. „Falls diese Ergebnisse in größeren Kohorten bestätigt werden, könnte diese Art der genetischen Untersuchung eine wichtige Rolle für die Identifizierung von Patienten spielen, die eine genetische Disposition für die Entwicklung einer Kardiotoxizität aufweisen“, kommentierte Dr. Melissa M. Hudson vom St. Jude Children’s Research Hospital im Memphis.

Von Lydia Unger-Hunt, Ärzte Woche 25 /2010

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