zur Navigation zum Inhalt
 
Onkologie 25. Mai 2010

Hyperthermie bei Weichteilsarkomen

Die Kombination Regionaler Tiefenhyperthermie (RHT) und systemischer Chemotherapie ist bei der Behandlung bösartiger Weichteiltumore der alleinigen neo-adjuvanten Chemotherapie klar überlegen.

Die RHT macht sich zunutze, dass Tumorzellen bei Temperaturen zwischen 40 und 43 Grad Celsius Hitzeschockproteine ausbilden, die in das körpereigene Immunsystem eingreifen. Dadurch werden die Zellen angreifbarer für natürliche Abwehrprozesse, Chemo- oder Strahlentherapie. In einer Phase-III-Studie untersuchte Prof. Dr. Rolf Issels, Helmholtz-Zentrum und Ludwig-Maximilians-Universität München, 341 Patienten mit einem Hochrisiko-Weichteilsarkom. 172 Patienten erhielten eine systemische Chemotherapie mit Doxorubicin, Ifosfamid und Etoposid. Bei den übrigen 169 Patienten kombinierten die Mediziner die Chemotherapie mit RHT. Die Patienten mit kombinierter RHT-Chemotherapie durchlebten nach Behandlungsende eine im Mittel 14 Monate längere krankheitsfreie Phase als die nur mit Chemotherapie behandelten Patienten. Zudem zeigten 20,6 Prozent der nur mit Chemotherapie behandelten Patienten während der präoperativen Behandlung ein lokales Tumorwachstum, aber nur 6,8 Prozent der Patienten mit Kombinationstherapie. Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 34 Monaten zeigte sich, dass Sarkompatienten, die vor der Operation zusätzlich zu vier Chemotherapie-Zyklen noch acht RHT-Sitzungen erhalten hatten, eine deutlich längere Überlebenszeit haben. „Der Hauptgrund dafür ist vermutlich, dass die regionale Tiefenhyperthermie die Ansprechrate auf die eingesetzten Zytostatika erhöht und ein frühzeitiges Fortschreiten der Tumorerkrankung verhindert“, erläutert Issels.

Quelle: Issels, R. D. et al.: Lancet Oncology 2010; doi: 10.1016/S1470-2045(10)70071-1

Helmholtz Zentrum München/PH, Ärzte Woche 21 /2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben