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Onkologie 1. April 2010

Komorbiditätsorientierte Onkologie – ein Überblick

Die zunehmende Lebenserwartung führt auch zu einer erhöhten Anzahl älterer, an Malignomen erkrankter Patienten. Komorbiditäten und funktionelle Einschränkungen haben Einfluss auf den Krankheitsverlauf und die Wahl der Therapie. Das umfassende Geriatrische Assessment (CGA) unterstützt bei der Einschätzung des individuellen Gesundheitszustandes älterer Patienten, insbesondere als das chronologische Alter oft nicht mit dem Gesundheitszustand des Patienten korreliert. Neben dem Vorliegen von Komorbiditäten und funktionellen Einschränkungen werden der Ernährungszustand, kognitive Einschränkungen, psychologischer Status, soziale Unterstützung, Lebensqualität und die Medikation des Patienten erfasst. Die Society of Geriatric Oncology (SIOG) empfiehlt, das CGA bei über siebzigjährigen Patienten durchzuführen. Im Zuge der Planung einer systemischen antineoplastischen Therapie sind renale, hepatale und kardiale Einschränkungen sowie Einschränkungen der Knochenmarksreserve besonders zu beachten. Einschränkungen der Nieren- und der Leberfunktion resultieren oft in Dosisreduktionen antineoplastischer Substanzen, wohingegen bei Einschränkungen der Herzleistung liposomale Substanzen und bei Einschränkungen der Knochenmarksfunktion Wachstumsfaktoren zur Verfügung stehen. Schlussendlich sollte parallel zur onkologischen Therapieplanung eine frühzeitige Einbindung palliativmedizinischer Angebote in Betracht gezogen werden.

Ralph Simanek, Michael Wuensch, Roland Edlinger, Bernhard Hammerl-Ferrari, Ludwig Kramer, Klaus Geissler, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2010

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