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Onkologie 1. April 2010

Triple-negativer Brustkrebs

Rezente molekularbiologische Fortschritte haben zu einem besseren Verständnis der Tumorbiologie beigetragen. Für hormonabhängige und Her2-positive Karzinome stehen heute zielgerichtete Therapieoptionen zur Verfügung, solche Behandlungsmöglichkeiten fehlen jedoch bei triple-negativen Tumoren. Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs haben ein erhöhtes Rückfallsrisiko. Präklinische und frühe klinische Daten zeigen, dass bei dieser Erkrankungsentität Platine die höchste Wirksamkeit aller Zytostatika aufweisen dürften, letztlich fehlen aber Daten prospektiv randomisierter Studien. Bevacizumab, wie auch andere Substanzen, die gegen das Gefäßwachstum gerichtet sind, sind bei allen biologischen Subtypen des Mammakarzinoms potentiell wirksam. Solche Ansätze können also nicht als spezifische zielgerichtete Behandlung triple-negativer Tumore verstanden werden. Ein Teil der triple-negativen und basalzelligen Karzinome zeichnet sich durch Defekte genetischer Reparaturmechanismen aus, wie sie in ähnliche Weise bei Tumoren mit Keimbahnmutationen des BRCA-1 Gens vorliegen. Die medikamentöse Blockade alternativer DNA-Reparaturmechanismen dürfte daher einen der wichtigsten Ansätze zur erfolgreichen Behandlung triple-negativer Tumore darstellen.

Rupert Bartsch, Reinhard Ziebermayr, Christoph C. Zielinski, Guenther G. Steger, Wiener Medizinische Wochenschrift 7/8/2010

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