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Onkologie 1. April 2010

Adjuvante endokrine Therapie des prämenopausalen Mammakarzinoms – Ein Überblick

Seit vielen Jahren hinweg ist Tamoxifen als endokrine Therapie des prämenopausalen Mammakarzinoms etabliert. Historischerweise erfolgte bei prämenopausalen Patientinnen mit Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinom eine Ablation der ovariellen Funktion durch eine Ovarektomie oder durch Bestrahlung der Ovarien. Durch die Entwicklung von GnRH-Analoga konnte ein nicht-invasiver und reversibler Weg der Unterdrückung der Steroidproduktion im Ovar bei jungen Patientinnen beschritten werden. In einer Reihe von Studien hat sich in Äquieffektivität von GnRH-Analoga gegenüber einer Ovarektomie oder Bestrahlung bestätigt. Allerdings hat sich in jüngerer Vergangenheit gezeigt, dass die Kombination einer ovariellen Suppression und Tamoxifen zusätzliche Vorteile für junge Patientinnen bringen kann. Die Gabe von GnRH-Analoga alleine oder in Kombination mit Tamoxifen reduziert das Risiko von brustkrebsbedingten Fernmetastasen und Todesfällen bei Frauen, die jünger als 50 Jahre sind. Ebenso konnte in diesem Patientinnenkollektiv gezeigt werden, dass die Therapieform gleich wirksam ist, wie bestimmte Standardchemotherapieschemata wie CMF oder auch FEC sind. Obgleich die Wirksamkeit von Tamoxifen alleine oder in Kombination mit GnRH-Analogon als bewiesen angesehen wird, ist die Rolle der Aromataseinhibitoren im Kontext des prämenopausalen, Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinoms noch nicht geklärt. Die Studie 12 der ABCSG (Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group) konnte keine Überlegenheit der Kombination des Aromataseinhibitors Anastrozol in Kombination mit dem GnRH-Analogon Goserelin gegenüber Tamoxifen und Goserelin in Bezug auf krankheitsfreies Überleben und Gesamtüberleben zeigen. Somit ist Tamoxifen in Kombination mit oder ohne GnRH-Agonist weiterhin als Standardtherapie in der Prämenopause zu sehen. Eventuell könnte in Zukunft die Bestimmung des CYP2D6 Status dazu beitragen Therapientscheidungen zu Gunsten des Aromataseinhibitors oder Tamoxifen zu treffen.

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