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Onkologie 13. April 2010

Ovarial- und Pankreaskrebs früh erkennen

Antikörperantworten von Krebspatienten werden intensiv erforscht, um Tumoren, die erst spät Symptome verursachen, in Zukunft früher erkennen zu können. Ein weiteres Ziel ist, geeignete Patienten für zielgerichtete Krebsbehandlungen zu identifizieren.

Heidelberger Forscher analysierten gemeinsam mit amerikanischen Kollegen Patientenserum auf Antikörperantworten gegen mehr als 8.000 verschiedene Eiweiße mittels Proteinarrays. Untersucht wurde Blut von Gesunden und von Patienten, die an Eierstock- sowie an Bauchspeicheldrüsenkrebs litten. Im Blut von an Eierstockkrebs erkrankten Patientinnen fanden sich wesentlich mehr Antikörper als im Blut von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. „Das könnte ein Grund für die schlechte Prognose von Bauchspeicheldrüsenkrebs sein“, spekuliert Prof. Dr. Dirk Jäger vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. „Je weniger Antikörper der Patient im Blut aufweist, desto schlechter scheint sein Immunsystem den Krebs zu erkennen und abzustoßen“. Der Studienautor weiter: „Das Immunsystem als Waffe gegen den Krebs ist noch längst nicht ausgereizt. Es ist an der Zeit, diese Möglichkeit im Kampf gegen die heimtückische Krankheit Krebs stärker zu nutzen.“

Quelle: Gnjatic, S. et al.: Proceedings of the National Academy of Sciences 2010; 107(11): 5088-93; doi: 10.1073/pnas.0914213107

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