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Foto: wikipedia / Paulo Henrique Orlandi Mourao
Der Transkriptionsfaktor Stat5 eröffnet neue Therapieoptionen.
 
Onkologie 9. März 2010

Neuer Ansatz für die Therapie von Leukämie

Mit dem Transkriptionsfaktor Stat5 fanden Wiener Forscher einen Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung von Leukämien.

Für Leukämien, bei denen das Fusionsgen Bcr/Abl auftritt – das sind etwa 95 Prozent der chronisch myeloischen Leukämien und etwa 20 Prozent der akuten lymphatischen Leukämien bei Erwachsenen – konnte der Transkriptionsfaktor Stat5 als entscheidender Faktor und möglicher therapeutischer Angriffspunkt identifiziert werden. In einem Leukämiemodell an Mäusen zeigten die Wissenschafter des Pharmakologischen Instituts der MedUni Wien, dass Stat5 und Stat3 für die Entstehung dieser Bcr/Abl-induzierten Leukämien notwendig sind. Nach Etablierung der Leukämie ändert sich das Signalmuster der Leukämiezellen und Stat3 verliert seine Bedeutung. Ohne die durch Stat5 vermittelten Signale können die Zellen jedoch nicht überleben. Auch die Krebsstammzellen sind vom Transkriptionsfaktor Stat5 abhängig. Große Bedeutung erlangt diese Entdeckung auch durch die Tatsache, dass die Blockade von Stat5 im gesamten Organismus des Mausmodells überraschend gut toleriert wird und auch Mutationen von Bcr/Abl abhängig von Stat5 blieben.

Quelle: Hoelbl, A. et al.: EMBO Molecular Medicine 2010: doi: 10.1002/emmn.201000062

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