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Onkologie 1. Jänner 2010

Einstellung zur Palliativmedizinischen Betreuung von Patienten mit metastasiertem Karzinom: Eine Erhebung unter Onkologen

Die Einstellung zur Palliativmedizin zeigt große interindividuelle Schwankungen und ist von vielen persönlichen und gesellschaftlichen Variablen abhängig. Prinzipiell wird empfohlen, dass die Palliativmedizin bereits früh im Krankheitsverlauf von Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen einbezogen wird. Allerdings gibt es keine Daten, wie diese Empfehlung in Österreich umgesetzt wird. Wir haben deshalb eine Umfrage unter 785 österreichischen Onkologen durchgeführt und ihnen dabei den Krankheitsverlauf einer Patientin mit primär metastasiertem Mamma-Karzinom von der Diagnosestellung bis zum Tod präsentiert. Die Mehrzahl der Onkologen gab an, bei einem Karnofsky Index (KI) von < 50 palliativmedizinische Einrichtungen und bei einem KI < 40 Hospize in Anspruch zu nehmen. Spezifische Ausbildung in Palliativmedizin war mit einer signifikant früheren Einbeziehung von Hospizen assoziiert. Die "Angst Hoffnung zu zerstören" war der am häufigsten angeführte Grund für eine nicht früher erfolgte Kontaktaufnahme (36% bei Palliativdiensten, 57% bei Hospizdiensten). Die Aufklärung über die Malignität der Erkrankung und die damit einhergehende Einschränkung der Lebenserwartung würden 67% der befragten zum Diagnosezeitpunkt vornehmen. Nur 25% würden zu diesem Zeitpunkt auch über die Möglichkeit der Abfassung einer Patientenverfügung aufklären. Unsere Studie zeigt, dass Onkologen palliativmedizinische Einrichtungen und Hospize in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium involvieren und nicht alle Patientinnen zum Zeitpunkt der Diagnose über Inkurabilität und begrenzte Lebenserwartung aufklären würden.

Katharina A. Kierner, Verena Gartner, Rupert Bartsch, Birgit Hladschik-Kermer, Anna Gruber, Marco Hassler, Herbert H. Watzke, Wiener klinische Wochenschrift 1/2/2010

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