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Onkologie 3. Februar 2010

Weltkrebstag: Facharzt für Onkologie gefordert

Jedes Jahr wird bei rund 35.000 Österreichern die Diagnose Krebs gestellt. Zwischen 150.000 und 200.000 Menschen leben mit dieser Erkrankung. Grund genug für die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (OeGHO), einen "Facharzt für Onkologie" zu fordern. Sie wollen mit der "Initiative Krebsfacharzt" mehr als den Additivfacharzt, hieß es bei einer Pressekonferenz in Wien.

Keine Organerkrankung

"Krebs ist keine Organerkrankung. Wir brauchen einen breit ausgebildeten Facharzt. Es geht um die Betreuung der Menschen und nicht um die Behandlung der Krebserkrankung", sagte der Grazer Vizepräsident der OeGHO Hellmut Samonigg. Bisher gibt es in Österreich rund 300 Fachärzte mit Additivtitel für Onkologie und Hämatologie.

In Zukunft soll - ausgehend von einer dreijährigen Grundausbildung eine weitere fünfjährige fachspezifische Ausbildung zum "internistischen Onkologen" führen, der die gesamte Breite von Diagnose und Therapie überblicken kann und sich nur darauf konzentriert.

Medical Oncologists international längst anerkannt

Krebsfachärzte oder Medical Oncologists sind in anderen Ländern schon längere Zeit anerkannt und einer breiten Öffentlichkeit bekannt. So nehmen sie beispielsweise in Großbritannien, Deutschland, der Schweiz, Italien, Skandinavien, aber auch in Ost- und Südosteuropa sowie vor allem in den USA eine zentrale Rolle in der Betreuung von Krebspatienten ein.

"Der wesentliche Unterschied zur bislang in Österreich gelebten Herangehensweise ist die ganzheitliche Sicht", erläutert Hellmut Samonigg, Vizepräsident der OeGHO. "Während derzeit beim Großteil der Krebspatienten in Österreich ein erkranktes Organ im Blickfeld steht, betrachten und behandeln Medical Oncologists den gesamten Menschen. Und wir entsprechen diesem Ansatz."

Zahl der Onkologen muss sich verdoppeln

Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Onkologie und Hämatologie Günther Gastl verwies zusätzlich auf den vermehrten Bedarf: "Mehr als die Hälfte aller Krebspatienten sind über 70 Jahre alt. Wir werden in den kommenden zehn bis 15 Jahren die Zahl der Onkologen verdoppeln müssen."

 Der internistische Onkologe

Zentrale Aussagen der "Initiative Krebsfacharzt" der OeGHO:

  • Krebsfachärzte sind Spezialisten für alle PatientInnen, bei denen eine medikamentöse Krebstherapie notwendig ist oder notwendig werden könnte.
  • Krebsfachärzte verfügen über besondere fachliche, integrative, soziale und psychoonkologische Kompetenzen und sind spezialisiert auf moderne Behandlungskonzepte.
  • Krebsfachärzte übernehmen die Rolle als zentrale Ansprechpartner für PatientInnen, Angehörige und niedergelassene ÄrztInnen.
  • Krebsfachärzte fungieren als Koordinator für die Diagnose, Behandlung und Nachbetreuung.

Mehr Infos unter: www.krebsfacharzt.at

APA/OeGHO/red

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