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Onkologie 1. Dezember 2009

Internet für Onkologen

Nützliche Links für aktuelle Informationen und Fragestellungen

Die Nutzung des Internet als Informationsquelle ist für Mediziner aller Fächer heutzutage eine Selbstverständlichkeit, die aus dem klinischen Alltag und insbesondere aus wissenschaftlicher Tätigkeit kaum noch wegzudenken ist. Im Fortbildungskurs „Onkologie in Klinik und Praxis“ Anfang November in Wien präsentierte Dr. Kathrin Strasser-Weippl, Wilhelminenspital, einige der vielfältigen Themenbereiche, für die Informationen aus dem Web verwendet werden können.

 

Für wissenschaftlich tätige Ärzte bietet in erster Linie die Medline der National Library of Medicine eine umfassende Sammlung medizinisch-wissenschaftlicher Publikationen. In Medline finden sich mittlerweile zwölf Millionen Zitate aus mehr als 4.800 biomedizinischen Journalen.

Prinzipiell ist die Eingabe eines Suchbegriffs in der Maske der PubMed Homepage möglich. Um die Treffsicherheit einer Suche zu erhöhen, empfiehlt sich allerdings die Verwendung von MeSH Terms. Daneben ist auch die Suche nach speziellen Kategorien von klinischen Studien möglich.

Hilfreiche Prognosemodelle

Für den klinisch-onkologischen Alltag sehr hilfreich können die Prognosemodelle zur adjuvanten Therapie sein, mit deren Hilfe man online bei verschiedenen Tumorentitäten den Benefit einer Chemotherapie (je nach Tumorstadium, Histologie und Alter) berechnen kann. Sehr hilfreiche und detaillierte Berechnungsmodelle für Mamma- und Kolonkarzinom kann man nach Registrierung abrufen auf der Seite adjuvant! Online, die jedoch nicht immer verlässlich funktioniert.

Aktuelle Informationen zur Therapie der häufigsten Karzinome kann man in den Guidelines der verschiedenen onkologischen Gesellschaften finden. In Europa empfiehlt sich insbesondere der Download der „Minimal clinical recommandations“ der ESMO. In relativ kurzer Zeit ist hier eine Vielzahl von aktuellen Guidelines zu zahlreichen Tumorentitäten entstanden. Auch die Website des National Cancer Institute bietet umfangreiche Informationen zu den meisten onkologischen und hämatologischen Entitäten.

Die Clinical Practice Guidelines der ASCO sind sehr ausführlich und genau, dafür aber nur für ausgewählte Themen vorhanden. In den USA erfahren dafür die Guidelines des National Comprehensive Cancer Network zunehmend an Bedeutung. Diese Guidelines sind sehr prägnant, meist in Tabellenform gehalten und für die meisten onkologischen Fragestellungen inklusive supportive Therapie vorhanden.

Die Cancer Library innerhalb der Cochrane Library bietet kostenlosen Volltext-Zugang zu zirka 200 systematischen Cochrane Reviews im Bereich der Onkologie. Außerdem bietet diese Seite auch die Möglichkeit, nach Non-Cochrane-Reviews und kontrollierten klinischen Studien zu suchen. Letztere liegen allerdings nur als Abstracts vor.

Zahlreiche medizinische Kongresse bieten die Möglichkeit für Nichtteilnehmer, Abstracts, Educational Books und sogar Vorträge im Sinne eine „virtual meeting“ herunterzuladen. Vorreiter ist hier ASCO, das ein Best-of der Vorträge aller Meetings bis zurück ins Jahr 1999 zum Download bietet. Auch auf der Website von ESMO findet man viele ausgesuchte Präsentationen des letzten Kongresses inklusive Slides und Audiotrack als Download. ESMO bietet zusätzlich alle Beiträge der Educational Books ab 2002 zum Download (bietet ASCO nur Mitgliedern).

 Unter www.delicious.com/strwei ist eine Sammlung der in diesem Beitrag erwähnten Links (und einige mehr) zum Download zu finden.

 

Quelle: „Onkologie in Klinik und Praxis“, 4.–6. November 2009, Wien

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