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Abb. 1: Bessere Prädiktion durch Kombination
 
Onkologie 28. September 2009

Metastasiertes Kolonkarzinom

News in der palliativen Therapie

Die Untersuchung potentiell prädiktiver Faktoren für eine gegen den EGF-Rezeptor gerichtete Antikörper-Therapie nahm einen großen Stellenwert beim ASCO 2009 ein. Der KRAS-Mutationsstatus als Prädiktor für eine Antikörpertherapie gegen EGFR wurde in mehreren Studien bestätigt. Daneben zeigt sich, dass der Mutationsstatus aus dem Primärtumor mit dem aus einer Metastase in 93 % übereinstimmt (Abstract 4053). Eine neuerliche Biopsie ist daher in der Praxis selten nötig. Auch die Mutation der KRAS nachgeschalteten Kinase BRAF ist ein starker negativer prognostischer Faktor (Abstract 4020). Dieses Ereignis ist jedoch derzeit nur für die Zweit- und Dritt- linientherapie retrospektiv untersucht und scheint eher prognostisch als prädiktiv zu sein. Auch für die Expression des Insulin Like Growth Factors IGF-1 konnten prädiktive Daten vorgelegt werden (Abstract 4017).

IGF-1 Status

KRAS Wildtyp Patienten, bei denen IGF-1 nicht überexprimiert war, sprachen auf eine Cetuximab basierte Therapie signifikant besser an als Patienten, die IGF-1 überexprimierten. Bei therapierefraktärem metastasiertem Kolorektalkarzinom konnte gezeigt werden, dass das Ansprechen auf Cetuximab bei Patienten mit hoher Expression der EGFR Liganden Epiregulin und / oder Amphiregulin gegeben ist, während bei KRAS Wildtyppatienten, die eine niedrige Ligandenexpression zeigten, kein Ansprechen unter Cetuximab erzielt werden konnte (Abstracts 4019, 4020).

Diese Daten sind, aufgrund der retrospektiven Erhebung und der zum Teil geringen Fallzahlen als präliminär anzusehen und bedürfen einer prospektiven Bestätigung sowie einer Validierung der Testmethoden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass durch die Kombination unterschiedlicher Marker eine noch bessere Prädiktion erreicht werden kann (Abb. 1).

Erst- und Zweitlinientherapie

Für Panitumumab + FOLFIRI wurden Phase-II-Ergebnisse in der Erstlinie (Abstract 4085) und in der Zweitlinie (Abstract 4067) vorgestellt. Beide Studien bestätigen ein höheres Ansprechen beim KRAS Wildtyp. Was die typischen Hautnebenwirkungen anbelangt konnte in einer randomisierten Studie gezeigt werden, dass Panitumumab induzierte Hauttoxizität durch intensives prophylaktisches Management reduziert werden kann (Abstract 4027). Unklar bleibt jedoch der Stellenwert der unterschiedlichen Inter- ventionen. Auch für Bevacizumab wurden Phase-II-Daten präsentiert, die vergleichbare Ergebnisse für Bevacizumab in Kombination mit FOLFIRI und in Kombination mit XELIRI ergaben (Abstract 4086). Gemeinsam mit einer Deutschen Phase-II-Studie wird hier die Kombinierbarkeit mit XELIRI gezeigt.

In einer randomisierten Phase-III-Studie an 471 Patienten konnte kein Vorteil für die Kombination von Mitomycin C zu Bevacizumab und Capecitabine bei komorbiden oder älteren Patienten nachgewiesen werden (Abstract 4023). Diese Studie bekräftigt damit den sequentiellen Einsatz bei diesem Patientenkollektiv.

 

Eine gängige Vorgangsweise in der palliativen Therapie ist die Reinduktionstherapie nach einem therapiefreien Intervall. De Gramont konnte in einer Auswertung zeigen, dass ein längeres progressionsfreies Intervall oder eine längere Therapiepause für des neuerliche Ansprechen auf Oxaliplatin zwar prädiktiv sind, dass es aber keine primär Oxaliplatin refraktäre Gruppe gibt (Abstract 4024). Daher kann eine Reinduktionstherapie mit Oxaliplatin gegebenenfalls auch nach einem kurzen Intervall erwogen werden.

Zur Person
Prim. Univ.-Doz. Dr. Ewald Wöll
Abteilung für Innere Medizin
St. Vinzenz Krankenhaus Betriebs GmbH
Sanatoriumstraße 43
6511 Zams
Fax: ++43/5442/600-7420
E-Mail:

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