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Onkologie 15. Oktober 2008

Brokkoli schwächt Krebsstammzellen

Nachdem vor kurzem gezeigt werden konnte, dass Sulforaphan, das in Brokkoli enthalten ist, sich gegen Lungenschäden als nützlich erweisen kann (die Ärzte Woche berichtete), meldet das International Journal of Gastroenterology and Hepatology, dass der Wirkstoff auch gegen Krebsstammzellen wirksam ist (doi:10.1136/gut.2008.149039). Das Pankreaskarzinom ist gegenüber gängigen Therapien weitgehend unempfindlich. Verantwortlich dafür sind vermutlich Krebsstammzellen, die sich gut regenerieren und gegen Medikamente und Bestrahlung resistent sind. „In anderen Tumor sind in der Regel weniger als drei Prozent der Krebszellen Tumorstammzellen.
Das Pankreaskarzinom beherbergt dagegen zehn Prozent und mehr solcher aggressiven Zellen“, erklärt Prof. Dr. Ingrid Herr, Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare Onkochirurgie, einer Kooperation der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum.
Die Gruppe wies anhand typischer Oberflächenproteine die Krebsstammzellen in Tumorproben nach und stellte fest, dass selbst neuartige, bei anderen Tumoren durchaus wirksame Krebsmedikamente nichts gegen die Tumorstammzellen in Pankreaskarzinomen ausrichten konnten: Die Zellen schützen sich mit einem speziellen Mechanismus, dem NF-kB-Signalweg.
Wirkstoffe, die genau diesen Signalweg blockieren und damit die Zellen verletzlich machen, liefern vor allem Brokkoli, aber auch Blumenkohl, Rosenkohl oder Grünkohl: sie haben einen hohen Gehalt an Sulforaphan. Es schützt Zellen vor Schäden im Erbgut und leitet den Zelltod ein, wenn Zellen sich unkontrolliert teilen.
Gemäß Versuchen mit Zellkulturen hemmt Sulforaphan die Blutgefäßbildung im Tumor und das Tumorwachstum. In Kombination mit Krebsmedikamenten verstärkte sich dieser Effekt außerdem noch zusätzlich.

UniKlinikum Heidelberg, Ärzte Woche 42/2008

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