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Onkologie 10. Juli 2008

Neuer Indikator für Krebs

Innsbrucker Forscher um Dr.­Alexander M. Strasak und Prof. Hanno Ulmer haben entdeckt, dass bei erhöhten Werten des Leberenzyms Gamma-Glutamyl-Transferase (GGT) das Krebsrisiko deutlich ansteigt. In der Labordiagnostik wird GGT vor allem als Indikator für Erkrankungen der Leber, der Gallenwege und für Alkoholmissbrauch herangezogen. Nun konnte das Team um Dr. Alexander M. Strasak und Prof. Hanno Ulmer zeigen, dass dieses Enzym auch ein möglicher Indikator für ein erhöhtes Krebsrisiko sein kann.
Die Studie stützt sich auf die Auswertung von Daten aus Untersuchungen von knapp 80.000 gesunden Männern in Vorarlberg, die vom Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin im Rahmen des Vorarlberg Health Monitoring and Promotion Programme (VHM&PP) gesammelt und dokumentiert wurden. „Unseren statistischen Analysen zufolge haben bereits Menschen mit einem leicht erhöhten GGT-Wert ein signifikant höheres Risiko für Tumorerkrankungen“, erklärt Dr. Alexander Strasak die Ergebnisse. „Bei Personen mit sehr hohen GGT-Werten steigt das Risiko stark an.“ So haben Menschen mit einem GGT-Wert von 60 U/l ein um 20 Prozent erhöhtes Krebsrisiko, während ein GGT-Wert von 200 U/l mit einem um 70 Prozent gesteigerten Risiko verbunden ist. „Dieser Zusammenhang ist vor allem bei jungen Menschen auffällig“, erklärt Strasak. Ab einem Alter von 65 Jahren verliert GGT jedoch seinen prädikativen Wert.
Die Forscher haben auch den Zusammenhang für unterschiedliche Tumorarten untersucht. Dabei zeigte sich, dass GGT vor allem für Krebsarten relevant ist, die durch den Lebensstil beeinflusst werden. „GGT könnte deshalb ein brauchbarer Indikator für krebsfördernde Veränderungen sein“, so Dr. Strasak. „Wir wissen aus anderen Studien, dass die GGT-Werte auch mit krebserregenden Umwelteinflüssen korrelieren.“ Bei Tumorerkrankungen mit vornehmlich endogenen Ursachen konnten die Statistiker dagegen keinen Zusammenhang erkennen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Cancer Research (2008;68(10):3970–7) publiziert. In einer weiteren Studie sollen übrigens Daten von Frauen bezüglich GGT ausgewertet werden.

MedUni Innsbruck/PH

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