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Nephrologie 31. Mai 2013

Steine mögen’s süß

Trinken ist nicht gleich trinken.

Die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen, senkt das Risiko für Nierensteine. Bei manchen Getränken verhält es sich jedoch genau umgekehrt.

Zuckerhaltige Limonaden taugen nicht zur Nephrolithiasis-Prävention. Der Konsum geht sogar mit einem erhöhten Steinrisiko einher. Diese Erkenntnis stützt sich auf die Analyse von drei laufenden Kohortenstudien mit über 194.000 Teilnehmern ( Ferraro P et al.: Clin J Am Soc Nephrol 2013 ).

Studienteilnehmer, die täglich mindestens eine zuckerhaltige Cola tranken, hatten ein um 23% höheres Steinrisiko als Personen, die seltener als einmal pro Woche ein solches Getränk zu sich nahmen. Bei anderen Limonaden mit Zucker war das Risiko sogar um 33% erhöht. Kein signifikanter Zusammenhang mit dem Steinrisiko zeigte sich dagegen bei Limos, die statt Zucker Süßstoff enthielten. Das spricht dafür, dass die in zuckersüßen Brausegetränken enthaltene Fruktose die Steinbildung begünstigt. Fruktose steigert nachweislich die Ausscheidung von Kalzium, Oxalat und Harnsäure über den Urin.


In der Analyse wurde außerdem für verschiedene Getränke bestätigt, dass mit steigendem Konsum das Risiko für Nierensteine sinkt: „Das Trinken von Kaffee, Tee, Bier, Wein und Orangensaft ist mit einem niedrigeren Risiko verbunden“, so Ferraro und Kollegen. Die präventive Wirkung von Kaffee und Tee lässt sich allerdings nicht allein mit ihrer diuretischen Wirkung erklären – koffeinfreier Kaffee schützt der Analyse zufolge ebenfalls. Zusätzliche protektive Effekte neben der Diuresesteigerung werden auch bei Wein und Bier vermutet. Dass Orangensaft ebenfalls der Steinbildung entgegenwirkt, mag angesichts des hohen Fruktosegehaltes überraschen; wahrscheinlich wird dieser aber durch die günstigen Effekte des reichlich vorhandenen Kaliumzitrats mehr als wettgemacht.

springermedizin.de, Ärzte Woche 22/2013

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