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Nephrologie 19. April 2013

Marathon kann auf die Nieren gehen

Über die Hälfte der vor und nach einem Marathonlauf untersuchten Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatte nach der sportlichen Höchstleistung eine vorübergehende Beeinträchtigung der Nierenfunktion.

Eine Beeinträchtigung der Herzfunktion ließ sich im Echokardiogramm nicht feststellen, hat eine Studie beim Berlin Marathon ergeben. Die Studie wurde jetzt beim Kardiologenkongress in Mannheim von Dr. Bernd Hewing, Charité von der Universitätsmedizin Berlin präsentiert.

Nachdem zuletzt einige Studien auf mögliche Beeinträchtigungen der Herz- und Nierenfunktion durch Ausdauersport hingewiesen hätten, habe das Berliner Forscherteam insgesamt 167 Teilnehmer am Berlin Marathon (53 Prozent Frauen, 47 Prozent Männer, Altersdurchschnitt 50,3 Jahre) untersucht. Die Untersuchungen fanden mit Echokardiographie und Bluttests vor und unmittelbar nach dem Rennen statt sowie nochmals zwei Wochen später.

Unmittelbar nach dem Marathon hätten zwar jeweils mehr als ein Drittel der Untersuchten erhöhte Blutwerte von Herz-Biomarkern aufgewiesen (34 Prozent erhöhtes NT-pro BNP; 37 Prozent erhöhtes cTnT). Im Echokardiogramm ließen sich aber keine relevanten Herzmuskelstörungen bestätigen.

Was den Cystatin C Wert betrifft, ein Protein, das in der Nierendiagnostik zur Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) verwendet wird: Hier hatten 43 Prozent der untersuchten Marathonläufer einen mehr als 25-prozentigen Rückgang und 13 Prozent einen mehr als 50-prozentigen Rückgang. Das entspreche den Stadien 2 und 3 einer akuten Nierenschädigung nach den RIFLE und AKIN Klassifikationen, so die DGK. Nach zwei Wochen waren die Nierenwerte wieder im unbedenklichen Bereich.

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