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Nephrologie 1. Juli 2011

Funktionelle Harndiagnostik

* Einleitung * Natrium- und Wasserhaushalt * Kaliumhaushalt * Säure- und Basenhaushalt * Phosphathaushalt * Kalziumhaushalt * Magnesiumhaushalt * Zusammenfassung * Weblinks * Literatur

Einleitung
Die Niere ist das wichtigste Regulationsorgan des Säure-Basen- und Elektrolythaushaltes. Stark vereinfacht liegt ihre Funktion darin, ein konstantes Ionenmilieu mit einem idealen pH-Wert aufrechtzuerhalten. Die konstante Ionenkonzentration im Extrazellularum stabilisiert
die intrazelluläre Ionenkonzentration, welche zur Aufrechterhaltung des intrazellulären Metabolismus und von elektrophysiologische Prozessen (z. B. Herzmuskelerregung) im Körper essentiell ist. Die Niere reagiert zwar auf verschiedene Elektrolytverschiebungen durch eine direkte Änderung der Resorptions- oder Eliminationsrate von Elektrolyten, sie
steht aber prinzipiell unter einer strengen hormonellen Kontrolle, ist also sowohl ein Effektororgan als auch ein selbstständig regulierendes Organ. Unter physiologischen Bedingungen erfolgt die Elimination bzw. Resorption der Elektrolyte je nach Erfordernis des Körpers. Auf Grund dessen lassen sich auch keine allgemein gültigen Normalwerte der
Harnelektrolyte, ähnlich wie sie für die Serum-Elektrolyte gelten, definieren. Die physiologische Ausscheidung der Elektrolyte ist von der jeweiligen Situation, ob ein Mangel oder ein Überschuss im Körper besteht, abhängig. Als Beispiel dafür kann die Harnosmolalität
genannt werden. Während eine Harnosmolalität von > 800 mosmol/kg einer adäquaten Wasserretention (durch ADH- [anti-diuretisches Hormon oder Vasopressin] Stimulation) bei einer bestehenden Hypernatriämie entspricht, stellt sie bei Patienten mit einer Hyponatriämie und normalen Volumenhaushalt einen pathologischen Zustand der inadäquaten
Vasopressin-Sekretion dar [1]. Die Analyse der Harnelektrolytelimination spiegelt also häufig die Stimulation oder Inhibition eines Hormonsystems wider. Sie kann aber auch
zusätzlich die Endorganresistenz gegenüber einer Hormonwirkung erkennen lassen. Ein Pseudohypoaldosteronismus kann zum Beispiel gut durch eine zu geringe Harnkaliumelimination trotz hoher Aldosteronspiegel erkannt werden [2].

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