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Nephrologie 1. August 2010

Umfrage zur Arzneimitteldosierung bei Niereninsuffizienz

ZIELSETZUNG: Wir wollten den Kenntnisstand und Informationsbedarf von nephrologisch tätigen Ärzten zur Arzneimitteldosierung bei Niereninsuffizienz erfassen.

METHODEN: Hierzu haben wir im Jahr 2005 unter den in Deutschland und Österreich registrierten Mitgliedern der Gesellschaft für Nephrologie einen Umfragebogen versandt. Es wurden uns 77 Bögen zurückgeschickt. Die Untersuchung war zwar nicht repräsentativ, die Antworten zu insgesamt 22 Fragen sind aber aufschlussreich.

ERGEBNISSE: Zur Dosisanpassung benutzen nur 28 % der Antwortenden die Fachinformation, die somit nicht als bindend eingeschätzt wird. Am signifikant häufigsten (p < 0.05) treten Dosierungsprobleme bei Antiinfektiva (48 %) und Zytostatika (25 %) auf. Die größten Dosierungsprobleme werden auf Intensivstation gesehen (29 %). Die Überdosierung wird signifikant (p = 0.02) mehr gefürchtet als die Unterdosierung (51 % vs. 23 %). Zutreffend wurde angegeben (58 % vs. 27 %), dass bei Cefalosporinen die Talspiegel wichtiger sind als die Spitzenspiegel (p < 0.01). Aber nur 8 % wissen dass die Talspiegel von Aminoglykosiden oder Vancomycin bei Niereninsuffizienz höher liegen müssen als normal damit ausreichende Spitzenspiegel erreicht werden. Irrtümlich gehen 45 % der Antwortenden beim Ceftriaxon davon aus, dass eine Dosisanpassung an die Nierenfunktion nötig sei. Zu Unrecht hält knapp die Hälfte Ceftriaxon und Moxifloxacin für dialysierbar.

SCHLUSSFOLGERUNG: Wir sehen einen deutlichen Informationsbedarf zu Fragen der Arzneimitteldosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz und auf Intensivstation. Die vitale Gefahr der subtherapeutischen Unterdosierung von Antiinfektiva wird wahrscheinlich unterschätzt.

Sebastian Maus, Caecilia Holch, David Czock, Florian Thalhammer, Frieder Keller, Bertram Hartmann, Wiener klinische Wochenschrift 15/16/2010

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