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Nephrologie 25. August 2009

Optimaler Nierenersatz bei Patienten mit Herzinsuffizienz

Der Verlust der Nierenfunktion per se hat einen starken Einfluss auf die Prognose.

Eine Einschränkung der Nierenfunktion bei herzinsuffizienten Patienten geht mit einer hochgradigen Verschlechterung der Prognose einher. Bereits minimale Anstiege des Serum-Kreatinins sind mit einer gesteigerten Mortalität assoziiert. Allerdings gibt es nur wenige Daten zur Überlebenswahrscheinlichkeit und zu Prognose-bestimmenden Faktoren bei herzinsuffizienten Patienten, welche ein dialysepflichtiges Nierenversagen entwickeln.

Im Rahmen einer retrospektiven Kohortenstudie der Medizinischen Universität Wien konnte bestätigt werden, dass Patienten mit Herzinsuffizienz, bei denen eine Hämodialyse eingeleitet wurde, eine drastisch reduzierte Überlebenszeit von im Mit-tel weniger als drei Monaten haben. Bemerkenswerterweise waren die etablierten prognostischen Faktoren für nichtniereninsuffiziente Patien-ten wie links- bzw. rechtsventrikuläre Dysfunktion, hohes NT-pro BNP, CRP, niedriges Albumin und der Body Mass Index bei dieser Patientengruppe nicht prädiktiv. Einzig eine Wiedererlangung der Nierenfunktion sowie überraschenderweise ein niedriger Hämoglobinwert waren mit einer verbesserten Überlebenszeit assoziiert.

Diese Studie belegt die äußerst schlechte Prognose von Patienten mit Herzinsuffizienz, welche ein dialysepflichtiges Nierenversagen entwickeln, und legt nahe, dass die Hämodialyse kein optimales Therapieverfahren zur Behandlung dieser Patientengruppe darstellt. Ob allerdings alternative Therapiestrategien wie etwa die Peritonealdialyse zu einer Verbesserung der Prognose führen könnten, kann nur in prospektiven Studien abgeklärt werden.

 

 

Der Originalartikel inklusive Literaturquellen ist nachzulesen im Magazin Wiener Klinische Wochenschrift 11–12/2009; 121. Jahrgang

© Springer-Verlag Wien

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