zur Navigation zum Inhalt
 
Kardiologie 3. April 2008

Sicher und effektiv

Resorbierbare Everolimus-freisetzende Gefäßstützen (BVS) sind bei Patienten mit Einzelläsionen in den Herzkranzgefäßen sicher und wirksam, mit akzeptabler Gewebewucherung und minimaler Bildung von Narbengewebe innerhalb des Stents sowie einer geringen Restenoserate (Lancet 2008; 371: 899-907). Ein vollständig resorbierbarer, wirkstofffreisetzender Koronarstent, der die Gefäßwand bei Bedarf stützt und dann nach deren eigener Wiederherstellung verschwindet, hat seine theoretischen Vorteile. Beispielsweise besteht ein geringeres Potenzial einer späteren Stentthrombose (Verstopfung), da letztendlich kein Fremdmaterial mehr im Blutstrom steht, wenn der Stent in die Gefäßwand absorbiert wurde. Permanente metallene Gefäßstützen können für derartige Verstopfungen und andere Komplikationen empfänglich sein.
Prof. Dr. Patrick Serruys vom Thoraxcenter am Erasmus Medical Center in Rotterdam, Dr. John Ormiston vom Auckland City Hospital und Kollegen starteten die ABSORB-Studie an 30 Patienten mit ischämischer Erkrankung und Einzelläsionen, die für eine Behandlung mit einem einzelnen 3x12 Millimeter- oder einem 3x18 Millimeter-Stent geeignet erschienen. Der BVS-Stent hat ein Gerüst und eine Beschichtung aus Milchsäure, welche die Freisetzung von Everolimus unterstützt, einem Medikament, das die Bildung des Narbengewebes verhindert. Die Patienten wurden aus Universitätskrankenhäusern in Neuseeland, den Niederlanden, Polen und Dänemark ausgewählt. Als Endpunkte galten Herztod, Infarkt und wiederholte Stentoperation. Angiografische Endpunkte waren von 26 Patienten und Ultraschall-Endpunkte von 24 Patienten verfügbar.
Die Forscher stellten fest, dass die prozedurale Erfolgsrate 100 Prozent und die Device-Success-Rate 94 Prozent betrug (29 von 31 Stentimplantationsversuchen). Nach einem Jahr Nachbeobachtung hatte einer der Patienten (3,3 Prozent) einen Herzinfarkt. Späte Stentthrombosen wurden nicht verzeichnet. Die Autoren folgern: „Diese Studie zeigt die Durchführbarkeit der Implantation der resorbierbaren Everolimus-freisetzenden Stents. Wir stellten nur eine schwerwiegende ungünstige Herzkreislauf-Komplikation und keinen Fall einer Stentthrombose fest.“

Lancet

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben