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Kardiologie 20. Februar 2008

Rote Rüben als effektive Antihypertensiva

Das Trinken von 500 Milliliter Saft der Roten Bete täglich kann laut einer britischen Studie den Blutdruck deutlich senken. Für die Wirkung entscheidend scheint das enthaltene Nitrat zu sein, das auch in grünen, blättrigen Gemüsesorten vorkommt. Wissenschaftler der Barts & the London Queen Mary’s School of Medicine and Dentistry und der Peninsula Medical School haben nachgewiesen, dass sich der Blutdruck bei gesunden Freiwilligen innerhalb von einer Stunde nach der Einnahme senkte. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Hypertension veröffentlicht (Published online before print February 4, 2008). Damit könnte ein kostengünstiger Weg zur Behandlung von Bluthochdruck gefunden worden sein. Bisher wurden die schützenden Wirkungen einer gemüsereichen Ernährung auf ihren Gehalt an antioxidativ wirkenden Vitaminen zurückgeführt.
Gemüse- und obstreiche Ernährung reduziert das kardiovaskuläre Risiko. Warum das so ist, ist noch nicht bekannt. Bestimmte Gemüsearten enthalten viel Nitrat. Die Hypothese der Forscher war, dass Nitrat im Organismus in vasoprotektives Stickstoffmonoxid umgewandelt werden kann. Tatsächlich zeigte sich eine Stunde nach der Einnahme von 500 ml Rote-Bete-Saft eine signifikante Reduktion des Blutdrucks (im Schnitt minus 10,4/8 mmHg). Dieser Effekt korrelierte gut mit einem ebenfalls beobachteten Plasma-Nitrit-Spitzenwert. Nach drei oder vier Stunden nahm die Wirkung weiter zu. Die Wirkung hielt zu einem gewissen Grad bis zu 24 Stunden lang an. Die Forscher wiesen nach, dass das Nitrat im Saft im Speichel durch Bakterien auf der Zunge in Nitrit umgewandelt wird. Wird dieser nitrithaltige Speichel geschluckt, wird er im Magen entweder in Stickoxid umgewandelt oder gelangt als Nitrit wieder in den Blutkreislauf.
Kein Sinken des Blutdrucks konnte bei einer zweiten Gruppe Freiwilliger festgestellt werden, die ihren Speichel während des Trinkens und auch drei Stunden danach nicht schluckten.
Die leitende Wissenschaftlerin Prof. Dr. Amrita Ahluwalia vom William Harvey Forschungsinstitut betont, dass das Trinken des Saftes von Roten Beten oder das Essen von anderen nitratreichen Gemüsearten ein einfacher und kostengünstiger Weg sein könnte, gesund zu bleiben.

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