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Kardiologie 28. Jänner 2008

Herz braucht Vitamin D

Besonders bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck ist ein Mangel an Vitamin D mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Harvard (Circulation 2008, Advance online publication). 1.739 Nachfahren von Teilnehmern der Framingham Heart Study nahmen an der Untersuchung teil. Zu Studienbeginn waren sämtliche Probanden frei von Herzerkrankungen und im Schnitt 59 Jahre alt.
Die Forscher erhoben die Serumspiegel von 25-Dihydroxyvitamin D (25-OH D), 25 Prozent der Teilnehmer hatten Spiegel von unter 15 ng/dl, zeigten also Vitamin-D-Defizienz. Neun Prozent hatten sogar weniger als 10 ng/dl Vitamin D im Blut, was als schwerer Vitamin-D-Mangel eingestuft wurde. Während des ersten Nachuntersuchungszeitraumes von 5,4 Jahren erlitten 120 Teilnehmer erstmalig ein kardiovaskuläres Ereignis. Unter den Patienten mit weniger als 15 ng/ml Vitamin D im Blut waren es 8,9 Prozent, bei jenen mit höherem Vitamin D-Spiegel nur 4,4 Prozent. Daraus ergab sich ein Risikoverhältnis von 2,04. Nach Herausrechnen der konventionellen kardiovaskulären Risikofaktoren blieb immer noch ein Risikoverhältnis von 1,62 zuungunsten der Vitamin-D-Defizienz.
Und auch das Ausmaß des Mangels bestimmte das Risikoverhältnis mit, mit abnehmendem Vitamin-D-Spiegel wurde nahm das Risiko zu. Subgruppenanalysen zeigten zusätzlich, dass Hypertoniker mit Vitamin-D-Mangel ein Risikoverhältnis von 2,13 aufwiesen, im Gegensatz zu Probanden mit normalem Blutdruck (Risikoverhältnis 1,04).
Kurz gefasst fanden die Forscher heraus, dass jene Probanden, deren Vitamin-D-Plasmaspiegel weniger als 15 ng/ml betrug, ein doppelt so hohes Risiko aufwiesen, innerhalb der nächsten fünf Jahre an Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall zu erkranken.
Dazu erklärt der Studienleiter Thomas Wang von der Universität Harvard: „Wir sammeln immer mehr Hinweise darauf, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel das kardiovaskuläre System negativ beeinflussen. Rezeptoren für Vitamin D findet man in vielen Geweben, so etwa in der glatten Gefäßmuskulatur und im Endothel. Unsere Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die Behandlung von Vitamin-D-Mangelzuständen das kardiovaskuläre Risiko verringern könnte.“
Gleichwohl weist der Forscher darauf hin, dass noch nicht bewiesen ist, ob der Vitamin-D-Mangel tatsächlich im Alleingang das erhöhte kardiovaskuläre Risiko verursacht. Dazu wäre, so Wang, eine große, randomisierte Studie notwendig, in welcher dann gezeigt werden könnte, ob die Behandlung eines erniedrigten Vitamin-D-Spiegels tatsächlich in einer Reduktion des kardiovaskulären Risikos resultiert.

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