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Kardiologie 8. November 2007

ANP lindert Symptomatik

Patienten, denen nach Herzinfarkt humanes atriales natriuretisches Peptid (ANP) verabreicht wurde, haben geringere Infarktgrößen und weniger Reperfusionsstörungen als Kontrollgruppen. Prof. Dr. Masafumi Kitakaze vom National Cardiovascular ­Centre Suita in Osaka und seine Kollegen führten zwei randomisierte Studien (J-Wind Trial) durch (Lancet 2007; 370: 1483). Eine der beiden Studien untersuchte die Effekte von Nicorandil, die andere die Auswirkungen von ANP auf Infarktgröße und kardiovaskuläre Ereignisse nach akutem Herzinfarkt.
In der randomisierten ANP-Studie erhielten 277 Patienten direkt nach akutem Herzinfarkt intravenös ANP. Die Dosis betrug 0,025 Gramm/Kilogramm pro Minute über drei Tage. Die 292 Patienten der Kontrollgruppe erhielten die gleiche Dosis Placebo. In der Nicorandil-Studie erhielten 276 Patienten randomisiert Nicroandil (0,067 mg/kg als Bolus, gefolgt von 1,67 g/kg als 24-Stunden-Dauerinfusion). 269 Patienten erhielten als Kontrollgruppe die Placebobehandlung. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug bei beiden Studien mehr als zwei Jahre.
Das Ergebnis: Durch die ANP-Behandlung konnte die Infarktgröße im Vergleich zur Placebo-Gruppe um etwa 15 Prozent reduziert und die linksventrikuläre Ausstoßfraktion (left-ventricular ejection fraction, LVEF) um fünf Prozent vergrößert werden. Im Gegensatz dazu zeigt die Behandlung mit Nicorandil keinen Effekt auf die Infarktgröße, bei oraler Gabe erhöhte Nicorandil die LVEF zwischen den chronischen und akuten Phasen.
Studienautor Kitakaze: „Die Reduktion der Infarktgröße und die Verbesserung der LVEF könnten sowohl den mechanischen Stress als auch die Hypertrophie sowie die Dilatation des nicht betroffenen Myokards reduzieren. Da myokardiale Hypertrophie und Dilatation diastolisches und systolisches Herzversagen verursachen, hätte dies einen vorteilhaften Einfluss auf den Krankheitsverlauf.“ Trotzdem müssen laut Kitakaze weitere groß angelegte Studien durchgeführt werden, um Endpunkte wie kardiovaskulären Tod zu untersuchen, weil das primäre Untersuchungsziel dieser Studie auf die Reduktion der Infarktgröße ausgerichtet gewesen sei.

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