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Kardiologie 27. September 2007

Stents gegen Herzinfarkt

Mit Sirolimus beschichtete Stents werden in einer Schweizer Studie mit einem geringeren Infarktrisiko verknüpft als Paclitaxel freisetzende oder unbeschichtete Koronarstents. Dr. Peter Jüni und seine Kollegen vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Bern, untersuchten 38 Studien mit Daten von 18.023 Patienten mit einem Nachuntersuchungszeitraum von bis zu vier Jahren (Lancet 2007; 370, 937–948). Studienteilnehmer und Stentproduzenten lieferten zusätzlich Daten zu klinischen Folgen aus 29 weiteren Studien. Damit leisteten die Schweizer einen Beitrag zur Klärung der Debatte über erhöhte Todesfallrisiken und häufigere Stentthrombosen bei der Verwendung medikamentenfreisetzender und unbeschichteter Stents.
Die Sterblichkeit in den drei Gruppen (unbeschichtet, Paclitaxel-beschichtet und Sirolimus-beschichtet) war insgesamt vergleichbar. Sirolimusbeschichtung reduzierte das Risiko einer Herzattacke um 19 Prozent gegenüber unbeschichteten, und um 17 Prozent gegenüber Paclitaxel-freisetzenden Stents. Das Risiko einer später gesicherten Stentthrombose (Auftreten mehr als 30 Tage nach der Operation) bei Paclitaxel-beschichteten Stents war gegenüber Sirolimus-beschichteten Stents um 85 Prozent erhöht. Unbeschichtete Stents zeigten verglichen mit Sirolimus-beschichteten Stents kein höheres Risiko später Stentthrombosen. Verglichen mit unbeschichteten Stents reduzierten beide medikamentenfreisetzenden Stents das Risiko einer Revaskularisierung der Zielstenose: Sirolimusbeschichtung um 70 Prozent, Paclitaxel um 58 Prozent.
Die Studienautoren schlussfolgern, dass Sirolimus-beschichtete Stents unter klinischen Gesichtspunkten geeigneter erscheinen als unbeschichtete Stents oder Paclitaxel-freisetzende Stents.

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