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Kardiologie 6. September 2007

Wenig Bauch schon zu viel

Wie aus einer Studie der University of Texas hervorgeht, kann bereits ein geringer Bauchansatz das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen. Ein im Verhältnis zum Hüftumfang großer Bauchumfang hängt mit frühen Anzeichen kardialer Erkrankungen zusammen. Das bestätigt die Ergebnisse anderer Studien, die bereits nahelegten, dass nicht das Gesamtgewicht, sondern der Bauchumfang der entscheidende Indikator für Herzerkrankungen sei. 2.744 Personen beiderlei Geschlechts nahmen an der Studie teil (J Clin Invest. 2007 Aug 23).
Als Ergebnis zeigte sich, dass nur wenige Zentimeter mehr Bauchumfang das Risiko einer Schädigung der Arterien erhöhen, auch wenn das Gesamtgewicht innerhalb normaler Werte bleibt. Ab einem Bauchumfang von 81 Zentimetern bei Frauen und von 94 Zentimetern bei Männern besteht ein deutlich höheres KHK-Risiko. Untersucht wurden Männer und Frauen, die sich verschiedenen Tests zum Nachweis früher Anzeichen von Arteriosklerose und ­Plaquebildung unterzogen hatten.
Die Teilnehmer mit den höchsten Waist-to-Hip-Ratios (WHRs) zeigten in den Koronargefäßen fast doppelt so häufig Plaques. Auch unter Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wie Blutdruck, Diabetes und Alter blieb der signifikante Zusammenhang Hüftumfang/KHK-Risiko bestehen. Fett, das sich in der Bauchregion ansammelt, scheint biologisch aktiver zu sein, wie Studienautor Dr. James de Lemos erklärt. Es sondere inflammative Proteine ab, welche zur Plaquebildung beitrügen. „Fett an den Hüften hingegen scheint das Herzrisiko nicht zu beeinflussen“, so de Lemos. Die Waist-to-Hip-Ratio hänge direkter mit den ersten Krankheitssymptomen zusammen als der Body-Mass-Index oder der Bauchumfang alleine.

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