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Kardiologie 13. November 2007

Pravastatin hat Langzeitwirkung

Statine bieten womöglich Langzeitschutz für Blutgefäße. Zehn Jahre nach Absetzen der Pra­vastatin-Therapie in der großen WOSCOP-Studie waren bei den ehemals behandelten Patienten immer noch signifikant weniger kardiovaskuläre Ereignisse aufgetreten als in der Placebo-Gruppe. Zehn Jahre nach Ende der Studie waren von den ehemaligen Patienten der Placebo-Gruppe 10,3 Prozent einen Herztod gestorben oder sie haben einen nicht-tödlichen Herzinfarkt erlitten, von den ehemaligen Verumpatienten waren es dagegen 8,6 Prozent. Das berichten Dr. Ian Ford und seine Kollegen von der Universität von Glasgow (NEJM 357, 2007, 1477).
Die Rate kardiovaskulär bedingter Sterbefälle lag im gesamten Zeitraum der Analyse von 15 Jahren bei 9,0 versus 7,6 Prozent zugunsten des Lipidsenkers, ein statistisch signifikantes Ergebnis. Eine erhöhte Sterberate in der Pravastatin-Gruppe wegen nichtkardialer Erkrankungen – besonders Krebs – stellten die Forscher nicht fest.
Ursprünglich hatten an der West of Scotland Coronary Prevention Study (WOSCOP) fast 6.600 Männer im Durchschnittsalter von 55 Jahren mit hohen LDL-Spiegeln und ohne vorangegangenen Myokardinfarkt teilgenommen. Mit 40 mg Pravastatin sank der mittlere LDL-Wert von 192 mg/dl um 26 Prozent. Nach fünfjähriger Therapie hatten 5,5 Prozent einen nichttödlichen Herzinfarkt erlitten oder waren gestorben, unter Placebo dagegen 7,9 Prozent. Nach Beendigung des Hauptteils der Studie hatten die Patienten in die Betreuung des Hausarztes gewechselt und die Studienmedikamente waren abgesetzt worden. Bei über 90 Prozent der Studienteilnehmer wurde der medizinische Verlauf jedoch weiterhin dokumentiert und analysiert. In beiden Gruppen erhielten mehr als ein Drittel der Patienten vom Hausarzt Statine, mit knapp 39 Prozent waren das in der ehemaligen Pravastatin-Gruppe signifikant mehr als in der früheren Placebo-Gruppe (35 Prozent).
Der Unterschied könne aber die Ergebnisse der Langzeit-Untersuchung nicht erklären, meinen Ford und Kollegen. Als Ursache für die positiven Effekte des Statins vermuten die Wissenschaftler die Stabilisierung von Atherosklerose-­Plaques durch das Medikament und eine Verlangsamung der koronaren Herzkrankheit.

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