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Prof. B. Metzler, Karin Rieder (Bayer Austria), Doz. D. Scherr, Doz. F. X. Roithinger und Prof. F. Weidinger (v. l.) bei der Verleihung des Werner-Klein-Forschungspreises ÖKG/Scheinast
 
Kardiologie 19. Juli 2016

Werner-Klein-Preis zum fünften Mal verliehen

Der von Bayer Austria gestiftete Werner-Klein-Preis für Translationale Herz-Kreislaufforschung ergeht heuer an den Grazer Kardiologen Daniel Scherr für seine Arbeit zur Katheterablation bei PatientInnen mit dauerhaftem Vorhofflimmern.

Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern kann zu einer schweren Beeinträchtigung der Lebensqualität, zu schweren Erkrankungen wie z. B. Schlaganfall oder Herzinsuffizienz, und letztlich zum Tod führen.

Während für intermittierend auftretendes Vorhofflimmern die Behandlung mittels Katheterablation eine etablierte Therapieform ist, sind die Erfolgsraten dieser Behandlung bei persistierendem Vorhofflimmern noch weitgehend unbekannt. In der ausgezeichneten Arbeit konnte Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Daniel Scherr erstmalig zeigen, dass die 5-Jahres-Erfolgsrate für diese Behandlung der dauerhaft auftretenden Form von Vorhofflimmern 65 Prozent beträgt. Allerdings sind bei der Ablation von permanenten Vorhofflimmern meist zwei längere Eingriffe erforderlich, um die genannte Erfolgsrate zu erzielen. Auch ist es wichtig, jene PatientInnen zu definieren, die von der Ablation profitieren: Laut den Ergebnissen der prämierten Untersuchung von Doz. Scherr sind dies vor allem PatientInnen mit einer bisherigen Dauer der Erkrankung von weniger als 18 Monaten, ohne sonstige Herzerkrankung, oder solche PatientInnen, bei denen eine unmittelbare Unterbrechung der Rhythmusstörung mittels dem Katheter gelingt.

Im Dienste der Forschung und der ärztlichen Fortbildung

Doz. Daniel Scherr erklärt: „Unsere Arbeit trägt entscheidend dazu bei, die Erfolgsraten dieser Methode zu definieren und die Patientenselektion für die Ablation von Vorhofflimmern zu unterstützen. Auch Univ. Doz. Dr. Franz Xaver Roithinger, Präsident der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft betont: „Dr. Scherr konnte uns mit seiner Arbeit überzeugen, weil diese wichtigen Daten, Erkenntnisse dazu liefert, wie die medizinische Versorgung von PatientInnen mit Vorhofflimmern in Österreich noch weiter verbessert werden kann.“

Doz. Dr. Daniel Scherr ist als Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie an der Medizinischen Universität Graz tätig und leitet außerdem die Forschungseinheit „Clinical and translational cardiac arrhythmia research“ an dieser Institution. Der 42-jährige gebürtige Kärntner wurde schon mehrfach für seine wissenschaftliche Tätigkeit ausgezeichnet. Seit Kurzem ist Doz. Scherr auch Vorstandsmitglied der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft. Er ist der neue Fortbildungsreferent und folgt in dieser Funktion Univ.-Prof. Dr. Friedrich Fruhwald.

Der Werner-Klein-Forschungspreis für Translationale Herz-Kreislaufforschung wird für kontinuierliche hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der Herz-Kreislaufforschung vergeben. Es werden insbesondere Arbeiten ausgezeichnet, die zur Brückenbildung zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung beitragen. Bayer Austria unterstützt diesen Preis zum mittlerweile fünften Mal in Folge und wird dieses Engagement auch im nächsten Jahr fortsetzen.

Titel der Arbeit: Five-Year Outcome of Catheter Ablation of Persistent Atrial Fibrillation Using Termination of Atrial Fibrillation as a Procedural Endpoint

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