zur Navigation zum Inhalt
Dr. Winfried Härer, PD Dr. Philip Eisenburger, Prof. Kurt Huber und Univ-ProfProf. Thomas Münzel (v. l.) Wilhelminenspital Wien
 
Kardiologie 19. Juli 2016

Erste Chest Pain Unit in Österreich zertifiziert

Die DGK hat im Wiener Wilhelminenspital die erste CPU in Österreich zertifiziert, ACS-Patienten werden davon profitieren.

Das Wilhelminenspital in Wien hat die erste offiziell zertifizierte Chest Pain Unit (CPU). Prof. Kurt Huber und sein Team überzeugten die Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Prof. Thomas Münzel, Mainz, und Dr. Winfried Härer, Ulm, von den professionellen Strukturen im Wilhelminenspital, die eine optimale Diagnostik und Therapie von Patienten mit Brustschmerzen und Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom (ACS) ermöglichen.

Prof. Huber, Leiter der 3. Medizinischen Abteilung mit Chest Pain Unit am Wilhelminenspital, kommentiert: „Wir freuen uns, dass wir die nicht einfachen Auflagen für eine erfolgreiche Zertifizierung unserer CPU erfüllt haben. Wir sind ebenfalls überzeugt, dass noch mehrere Kliniken aus Österreich diesem Beispiel folgen werden und dass damit die Versorgung von ACS-Patienten hierzulande verbessert wird.“ Münzel und Härer bestätigen beide das große internationale Interesse an einer Zertifizierung durch die DGK. Die geplante Übersetzung der Zertifizierungsbedingungen in die englische Sprache wird zunehmend die Bewerbung internationaler Kliniken ermöglichen und für einen europaweiten Rollout der Versorgungsstruktur Chest Pain Unit sorgen.

DGK-Zertifizierungen von CPUs werden seit 2008 vorgenommen. 2015 wurden die Kriterien an den aktuellen Wissensstand angepasst, die seither obligate Rezertifizierung drei Jahre nach Neuzertifizierung wurde festgelegt. Kernkriterien der Zertifizierung sind die ständige Verfügbarkeit eines Herzkatheterlabors sowie ausreichende Überwachungskapazitäten für mehrere Patienten.

Da in Wien ein spezielles Netzwerk zur optimalen Versorgung von Herzinfarktpatienten mit einem Rotationsprinzip zwischen „offenen“ Herzkatheterlabors vor allem in den „off“-Zeiten seit 2003 besteht, wurde die Zertifizierung möglich. Weitere Kriterien sind eine enge Verzahnung mit dem Reanimations- und Notfallkonzept des Hauses sowie eine klar definierte Verfügbarkeit der transthorakalen bzw. transösophagealen Echokardiografie und der Labordiagnostik. So darf die Zeit von der Blutabnahme bis zur Ergebnisdokumentation 45–60 Minuten nicht überschreiten. Zur weiteren Abklärung von relevanten Differenzialdiagnosen nach ACS-Ausschluss muss ein Thorax-CT jederzeit durchgeführt werden können. Auch die Versorgung von Patienten mit Kardioverter/Defibrillator oder Schrittmacher muss in jedem Fall rund um die Uhr an 365 Tagen pro Jahr gegeben sein.

„Das sind nur einige wenige der zahlreichen räumlichen, strukturellen und apparativen Kriterien, die im Rahmen der Zertifizierung erfüllt sein müssen“, sagt Prof. Huber. „Dies ist an der Chest Pain Unit im Wilhelminenspital der Fall, weswegen wir uns entschlossen haben, die Zertifizierung bei der DGK zu beantragen. Wir freuen uns sehr, dass unsere Einheit den geforderten Standards entspricht und sie nun zum Kreis der zertifizierten CPUs gehört.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben