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Univ.-Prof. Dr. Heinz Weber, Kardiologe aus Wien
 
Kardiologie 19. Juli 2016

Jahrestagung 2016: ÖKG – kompetent und selbstbewusst

Am Puls – Kolumne von Prof. Heinz Weber

Die heurige Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) in Salzburg war ein wunderbarer Erfolg! Die Teilnehmerzahl erreichte die 1.000er Marke. Die Zusammenarbeit mit den Herz-Chirurgen wurde von beiden Seiten als überaus positiv aufgenommen. Das interdisziplinäre „Heart Team“-Konzept hat die Tagung wirklich bereichert.

Die „Highlights“ der klinischen und der Grundlagen-Forschung, präsentiert durch Julia Mascherbauer und Irene Lang in Verbindung mit Poster-Präsentationen und Vorträgen illustrierten das spektakulär ansteigende kardio-vaskuläre Forschungsniveau in Österreich. Also an Kompetenz mangelt es der ÖKG nicht! Fast alle rund 650 KardiologInnen (Anteil zur Zeit 22%, Tendenz steigend) und Kardiologen sind freiwillig (!) Mitglieder der ÖKG. Diese ist mit Vorstand und Arbeitsgruppen überaus schlank strukturiert und lässt kurze Entscheidungsläufe bei maximaler Flexibilität zu: Der aktuellen Situation angepasst können neue Arbeitsgruppen rasch ins Leben gerufen werden, beziehungsweise – was bisher meines Wissens nach noch nie passierte – nicht mehr aktuelle ruhend gestellt werden.

Wie steht es mit dem Selbstwert der ÖKG? Innerhalb der kardiologischen Gemeinschaft sehe ich diesbezüglich kein Problem. Aktivierungspotenzial orte ich nach außen: Die „da oben“, i.e. Ministerium und Ärztekammer, schaffen Rahmenbedingungen, die zwar selbstverständlich auch für uns gelten. Aber diese leeren Boxen müssen erst mit fach-kompetenten Inhalten internationalen Niveaus gefüllt werden.

Auf dem Gebiete der Herz-Kreislauferkrankungen in Österreich steht wohl außer Zweifel, dass die ÖKG in fast allen Teilgebieten ein Monopol und vor allem die nötige Kompetenz hat. Daher, nicht lange fragen, sondern über die sich am Horizont abzeichnenden demnächst fälligen Ausbildungs-Curricula (Interventionelle Kardiologie, Imaging, Elektrophysiologie etc.), Definition von Ausbildungsstellen, von Ausbildern, Examen, Rezertifikation, etc. in den Arbeitsgruppen diskutieren, Konzepte erarbeiten und nach Beschluss an den Vorstand weiterleiten. Das ist viel Arbeit. Aber sie wird sich lohnen! Wenn benötigt, lassen sich diese zu gegebener Zeit aus der Schublade holen. Nur vorhandene Konzepte können diskutiert, akzeptiert oder abgelehnt werden. Ist nichts Vorzeigbares vorhanden, springen rasch weniger bis nicht-kompetente, sogar selbsternannte „Fachleute“ ein und werden ihre eigenen Konzepte versuchen durchzusetzen! Das kann weder im Sinne der ÖKG noch unserer Patientinnen und Patienten sein! Also, bitte nicht zuwarten, bitte nicht fragen, sondern machen!

Ich bedaure nicht, dass ich diesmal den journalistischen Slogan „only bad news are good news“ nicht erfüllen kann, sondern mich auf die Erfolgs-„Story“ der kardiologischen Entwicklung in Österreich, die ich selbst nunmehr seit 1976 überblicke, stürzen konnte. Die österreichischen Kardiologinnen und Kardiologen und damit die ÖKG stehen für selbstbewusste Kompetenz Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreffend!

Ihr Heinz Weber FA für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin

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