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v. l. Univ.-Prof. Dr. Ludwig Müller, Innsbruck; Prim. Univ.-Doz. Dr. Franz XaverRoithinger, Wiener Neustadt; Univ.-Prof. Dr. Bernhard Metzler, Innsbruck ÖKG/Scheinast

Unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“ tagten Kardiologen und Herzchirurgen heuer gemeinsam in Salzburg. Springer/ak (3), ÖKG/Scheinast (2. v. r.)

Unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“ tagten Kardiologen und Herzchirurgen heuer gemeinsam in Salzburg. Springer/ak (3), ÖKG/Scheinast (2. v. r.)

Unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“ tagten Kardiologen und Herzchirurgen heuer gemeinsam in Salzburg. Springer/ak (3), ÖKG/Scheinast (2. v. r.)

Unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“ tagten Kardiologen und Herzchirurgen heuer gemeinsam in Salzburg. Springer/ak (3), ÖKG/Scheinast (2. v. r.)

 
Kardiologie 19. Juli 2016

Erfolgskonzept: Heart-Team Live on Stage

Kardiologen und Herzchirurgenrücken näher zusammen. Der Gedanke des Heart-Teams findet nun auch im Kongresskalender Ausdruck. Die ÖKG und ÖGTHC hielten heuer erstmals eine gemeinsame Jahrestagung ab.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf der Veranstaltung?

Doz. Roithinger: Den Gedanken, die Kooperation zwischen der Fachgesellschaft der KardiologInnen und jene der HerzchirurgInnen zu intensivieren, hatte ich schon länger im Kopf. Als ich im Rahmen der ÖKG-Jahrestagung 2015 zum Präsidenten unserer Fachgesellschaft gewählt wurde, habe ich Gespräche mit Professor Müller aufgenommen, der von dieser Idee gleich begeistert war. Da die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Fachrichtungen im klinischen Alltag zuletzt immer intensiver geworden war und eine solche in den Europäischen Guidelines zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen ein interdisziplinäres Heart Team als obligater Teil des Managements gefordert wird, war es nur eine logische Konsequenz, unsere Jahrestagung in Zukunft gemeinsam auszurichten.

Prof. Müller: Ich sehe das genauso. Der wichtigste Kooperationspartner des Herzchirurgen ist nun mal der Kardiologe. Die Aufgabengebiete der Herz- und Thoraxchirurgie haben sich mittlerweile komplett getrennt, sowohl was die Curricula betrifft als auch die Zentren, wo die Operationen durchgeführt werden. Eine Neuausrichtung ist daher logisch – und mit den Kardiologen haben wir einfach tagtäglich zu tun. Die Fortschritte sowohl in der interventionellen Kardiologe als auch in der Herzchirurgie sind rasant, sodass beide Fachrichtungen nur profitieren können, wenn wir neues Wissen aus beiden Bereichen zur gleichen Zeit am selben Ort diskutieren und verbreiten.

Wie haben Sie den Gedanken der Gemeinsamkeit im Programm umgesetzt?

Doz. Roithinger: Die Inhalte der eigenen Sitzungen wurden von der jeweiligen Fachgesellschaft wie gewohnt erarbeitet. Zudem gab es gemeinsame Sitzungen und natürlich den gemeinsamen Gesellschaftsabend, der heuer erstmals im WIFI Salzburg stattfand und viel Raum für fachliche und persönliche Gespräche bot. Der soziale Aspekt einer solchen Veranstaltung gehört eben auch dazu. Besonders hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang die Verleihung der wissenschaftlichen Preise, die wir nicht wie bisher im Anschluss an die Generalversammlung, sondern im Rahmen eines Festaktes beim Gesellschaftsabend verliehen haben. Das war sehr feierlich und ein Anziehungspunkt für viele junge Kolleginnen und Kollegen.

Prof. Müller: Und der Termin für die gemeinsame Sitzung „Heart Team live on stage“ am Samstag nach dem Gesellschaftsabend gleich um 8 Uhr in der Früh hat sich entgegen den Erwartungen als ideal erwiesen. Die Sitzung war bestens besucht, vielleicht auch, weil der eine oder andere wegen der Preisverleihung doch bis Samstag in Salzburg geblieben ist und sich dann am nächsten Tag die gemeinsame Sitzung der Kardiologen und Herzchirurgen nicht entgehen lassen wollte. Der Spirit unserer ersten gemeinsamen Tagung war von einer gewissen Aufbruchsstimmung getragen.

Wie wird sich die Kooperation zwischen der Herz- und der Thoraxchirurgie weiterentwickeln?

Prof. Müller: In unserer Generalversammlung wurde beschlossen, dass die Gesellschaft für Thoraxchirurgie im Falle der Gründung eines eigenständigen Vereins von der Gesellschaft für Herzchirurgie finanzielle Starthilfe bekommen wird. Wir hingegen werden unsere Statuten dahingehend ändern, dass wir nur mehr einen einzigen Präsidenten haben werden und der wird Herzchirurg sein. Der Name Thorax-Herzchirurgie wird sich auf Herz-Thoraxchirurgie ändern.

Drücken sich Ihre positiven Eindrücke auch in den Teilenehmerzahlen aus?

Doz. Roithinger: Wir hatten über 900 registrierte Besucher. Das ist ein neuer Rekord. Die Kongresstaschen waren schon am Freitag vergriffen. Bedenkt man, dass die ÖKG 790 Mitglieder und die ÖGTHC 120 Mitglieder hat, kann man von einem schönen Erfolg sprechen. Die Sitzungen waren gut besucht, die Diskussionsbeiträge, mit denen unterschiedliche Aspekte eingebracht wurden, waren für alle Beteiligten befruchtend. Auch für Allgemeininternisten und Allgemeinmediziner war das Programm offenbar attraktiv. In der Sitzung „Herztransplantation“ als Teil des GP-Tracks saßen am Samstag in der Früh immerhin 40 Teilnehmer. Die Synergieeffekte, die sich durch die gemeinsame Ausrichtung der Tagung ergeben, waren nicht zu übersehen.

Herr Professor Metzler, wie lautet Ihr persönliches Resümee als Tagungssekretär?

Prof. Metzler: Mich freut es sehr, dass dieser gemeinsame Weg so gut angenommen wird. Die Tagung gemeinsam auszurichten war eine gute Entscheidung. Nicht nur weil es letztlich ja immer um das Wohl der Patienten geht – und im Hinblick darauf ist eine stärkere Kommunikation zwischen den beiden Fächern durchaus erwünscht. Und Kommunikation in fachlichen Dingen funktioniert einfach besser, wenn man sich auch persönlich kennt. Möglicherweise ergeben sich auch auf wissenschaftlicher Ebene gemeinsame Projekte. Vor allem im Bereich der Grundlagenforschung könnte ich mir das gut vorstellen, weil es dabei oft um gleiche oder ähnliche Fragestellungen geht.

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