zur Navigation zum Inhalt
 
Kardiologie 24. Februar 2016

Atempausen, die den Herzrhythmus stören

Im Rahmen längerer Atempausen kommt es akut zu einer Steigerung der Herzfrequenz. Langfristig geht die OSA aber mit einer Neigung zu nächtlichen Bradykardien bis hin zur Asystolie einher.

Aufgrund des Zusammenhangs zwischen Atmung und Herzfrequenz sollte bei Patienten mit OSA ein LZ-EKG gemacht werden. Oftmals werden sich dabei bradykarde Phasen, möglicherweise sogar Asystolien zeigen. Bei der Frage zur Notwendigkeit einer Schrittmacherimplantation sind Besonderheiten zu beachten. Zwar gilt nach wie vor die Schrittmacherimplantation als die einzige effektive Behandlung von symptomatischen Bradykardien. Die anfängliche Euphorie, durch die Beseitigung nächtlicher Bradykardien durch Schrittmachertherapie auch eine Verbesserung der Schlafapnoe zu erzielen, hat sich in Studien nicht bestätigt. Nächtlich auftretende Bradykardien bei OSA-Patienten gelten daher heute nicht mehr unbedingt als Schrittmacherindikation. Bei Patienten, bei denen aufgrund von nächtlichen Bradykardien eine Schrittmacherimplantation erwogen wird, sollte daher vor einer solchen Intervention eine Polygrafie, ggf. eine Polysomnografie durchgeführt werden. Zeigt sich hierbei eine OSA, ist die Therapie der Wahl, auch im Hinblick auf die Rhythmusstörung, eine CPAP-Therapie .

Wird der Verdacht auf eine OSA bei einem Patienten geäußert, der bereits Träger eines Schrittmachers ist, kann das Device für die Diagnostik verwendet werden. Moderne Schrittmachersysteme können mittels Impedanzmessung eine Atemwegskurve erstellen und so registrieren, ob ein pathologisches Atemmuster (Apnoe oder Hypopnoe) vorliegt. Anhand dieser Kurven wird ähnlich der Polysomnografie eine Respiratory Disturbence Index erstellt.

In Studien konnte nachgewiesen, dass der vom Schrittmacher registrierte Index gut mit dem Apnoe/Hypopnoe Index (AHI) aus der Polysomnografie korreliert. Damit kann eine Vorselektion getroffen werden: Die Patienten können entweder direkt oder nach vorangehender ambulanter Polygrafie gezielt dem Schlaflabor zugewiesen werden. Zu bedenken in diesem Zusammenhang ist, dass die Prävalenz eines Schlafapnoe Syndroms in diesem Kollektiv sehr hoch ist. Bei ca. 60% der Schrittmacherpatienten ist ein Schlafapnoe Syndrom (obstruktiv oder zentral) nachweisbar. In der Gesamtbevölkerung ist die Prävalenz dagegen viel niedriger (2 - 7%).

VHF-Rezidive nach Ablation oder Kardioversion durch CPAP senken

Auch für Vorhofflimmern (VHF) ist ein OSA prädisponierend. 32 - 49 Prozent aller Patienten mit OSA haben Vorhofflimmern. Selbst für das Wiederauftreten der Rhythmusstörung bei Patienten nach Kardioversion oder Ablation ist die Schlafapnoe ein Prädiktor. Umgekehrt zeigt die CPAP-Therapie einer behandlungswürdigen OSA zur Reduktion von Vorhofflimmerepisoden nach elektrischer Kardioversion bzw. atrialer Ablation überraschend gute Evidenz.

Freilich bedarf nicht jeder Patient mit Vorhofflimmern automatisch einer CPAP-Therapie, aber es sollte bei jedem Patienten mit Vorhofflimmern an die Möglichkeit des Vorliegens einer OSA gedacht und im gegeben Fall ein geeignetes diagnostisches Prozedere eingeleitet werden, so das Fazit der Experten beim Cardio-Sleep-Symposium Anfang Jänner in Wien.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben