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Kardiologie 14. Dezember 2015

Herz-Kreislauf-Erkrankung: Höhere Sterblichkeit bei jungen Männern

Bluthochdruck ist wichtigster Erklärungsfaktor.

Bluthochdruck rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Lebensstilveränderungen oder medikamentöse Therapien einzuleiten, hat bei Männern unter 50 Jahren eine überlebensnotwendige Bedeutung.

Bluthochdruck ist der wichtigste Erklärungsfaktor für das erhöhte Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko von Männern jüngeren Alters im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen. Männern unter 50 Jahren haben eine im Vergleich zu Frauen um den Faktor 4,7 erhöhte Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Krankheiten.

„In dieser Altersgruppe konnten 40,9 Prozent des Geschlechterunterschiedes über die kardiovaskulären Risikofaktoren erklärt werden. Der dominierende Faktor war der systolische Blutdruck mit einem Erklärungswert von 21,7 Prozent, gefolgt von Cholesterin mit zehn Prozent“, so DI Josef Fritz (MedUni Innsbruck), Erstautor einer auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in London vorgestellten Studie.

Bluthochdruck erkennen

Bluthochdruck, so die Studienautoren, „sollte bei allen Menschen rechtzeitig erkannt werden und durch entsprechende Lebensstilveränderung oder medikamentöse Therapie behandelt werden, bei jüngeren Männern ist dies allerdings von geradezu überlebensnotwendiger Bedeutung.

Risikofaktoren vermeiden

Die Kohortenstudie basiert auf der Vorarlberger Gesundenuntersuchungs-Datenbank, die zwischen 1985 und 2004 aufgebaut wurde. Über einen durchschnittlichen Follow-up Zeitraum von 14,6 Jahren wurden bei 117.264 Personen, die zum Zeitpunkt der Gesundenuntersuchung jünger als 50 Jahre waren und bei 54.998 älteren Personen insgesamt 3892 Todesfälle aufgrund von KHK registriert.

Durch die Studienergebnisse ändert sich nichts an der generellen Einschätzung, dass neben dem Bluthochdruck auch die Risikofaktoren erhöhtes Cholesterin und Blutzucker sowie Rauchen im Sinne der Herzgesundheit zu vermeiden sind, betonen die Studienautoren.

Pro Jahr sterben in Europa etwa 77.000 Frauen und 253.000 Männer unter 65 Jahren an der koronaren Herzerkrankung (KHK). Dieser geschlechtsspezifische Unterschied verengt sich zwar mit zunehmendem Alter, und über die gesamte Alterspanne gesehen sterben sogar absolut mehr Frauen als Männer an der KHK. Dennoch ist der Überlebensvorteil von Frauen eindeutig. Die Erklärungsansätze für diesen ausgeprägten Geschlechterunterschied reichen vom Einfluss der Hormone (Östrogene, Testosteron) bis hin zu Lebensstilfaktoren. In ihrer Studie untersuchen die Wissenschaftler, inwieweit die etablierten kardiovaskulären Risikofaktoren diesen Unterschied erklären können.

Quelle: ESC 2015 Abstract; Do risk factors explain the sex/gender gap in mortality from coronary heart disease? J. Fritz, M. Edlinger, CC. Kelleher, S. Strohmaier, G. Nagel, H. Concin, M. Hochleitner, E. Ruttmann, H. Ulmer

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