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Kardiologie 9. Oktober 2015

Effektiv und sicher bei venöser Thromboembolie

Die Single-Drug-Therapie mit Rivaroxaban vereinfacht und verbessert das Akutmanagement von Patienten mit venösen Thromboembolien.

Schätzungen zufolge8 sind venöse Thromboembolien (VTE) in Europa für jährlich über 500.000 Todesfälle ursächlich. „Allerdings konnten in den letzten Jahren dank der Zulassung der NOAK große Fortschritte in der Behandlung und Sekundärprävention erzielt werden“, betont Prof. Dr. Alexander GG Turpie, McMaster University Hamilton, Kanada, bei einem ESC-SymposiumC einleitend. So sei beispielsweise mit dem NOAK Rivaroxaban eine orale Single-Drug-Therapie in fixer Dosierung möglich, Rivaroxaban kann also bei einer akuten TVT oder bei hämodynamisch stabiler PE vom ersten Tag an verabreicht werden. „Diese einfach anzuwendende Therapie eröffnet unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Möglichkeit einer ambulanten Behandlung“, ergänzt der Kanadier.

Signifikant weniger Blutungen

Die Vorteile von Rivaroxaban gegenüber der dualen Therapie aus niedermolekularen Heparinen (NMH) und VKA werden im zulassungsrelevanten EINSTEIN-Studienprogramm mit fast 10.000 Patienten dargestellt. „In EINSTEIN DVT9 und EINSTEIN PE10 wurde Rivaroxaban 15 mg zweimal täglich für 21 Tage, gefolgt von 20 mg einmal täglich, im Vergleich zur Kombination aus einem NMH gefolgt von einem VKA zur Akutbehandlung und Sekundärprophylaxe von TVT und PE untersucht.“ Aus der gepoolten Analyse11 geht hervor, dass bei nichtunterlegener Wirksamkeit die Rate schwerer, einschließlich tödlicher Blutungskomplikationen unter Rivaroxaban verglichen mit NMH/VKA signifikant gesenkt werden konnte (HR 0,54 [95 % CI 0,37-0,79], p = 0,002). Zudem zeigt ein eigene Auswertung12 der EINSTEIN-Daten, dass Patienten, bei denen eine stationäre Aufnahme erforderlich war, unter dem NOAK signifikant rascher entlassen werden konnten (4,5 Tage versus 6,1 Tage unter Standardtherapie; p = 0,0004).

Vorteile auch bei Tumorpatienten

Prof. Dr. Stavros Konstantinides, Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland, verweist in seinem Referat auf eine besonders vulnerable Gruppe von VTE-Patienten: „Onkologische Patienten haben per se ein viermal höheres VTE-Risiko als die Allgemeinbevölkerung13“, betont der Experte. Seit Bekanntwerden der CLOT-Ergebnisse14 werden onkologische VTE-Patienten bevorzugt mit Heparin (anstelle von NHM/VKA) behandelt. Dennoch wird für manche Tumorpatienten eine duale NMH/VKA-Therapie in Erwägung gezogen, und diese Patienten wurden in einer eigenen Subgruppenanalyse15 des EINSTEIN-Kollektivs ausgewertet.

Konstantinides berichtet, dass 5,2 Prozent der Patienten aus den Studien EINSTEIN DVT9 und EINSTEIN PE10 mit einem bereits bekannten aktiven Tumor zu Studienbeginn sowie weitere zwei Prozent mit neu diagnostiziertem Malignom in dieser Subgruppe15 berücksichtigt wurden. Fazit von Konstantinidis: „Auch in dieser Hochrisikopopulation mit aktivem Tumor war bei vergleichbarer Rate an VTE-Rezidiven (5 % unter Rivaroxaban vs. 7 % unter NMH/VKA) das Risiko für schwere Blutungen unter Rivaroxaban signifikant geringer als unter NMH/VKA (2 % vs. 5 %; p = 0,047).“

Literatur:

8. Cohen AT et al. Thromb Haemost 2007; 98(4):756-64

9. Bauersachs et al. NEJM 2010; 363:2499-2510

10. Büller et al. NEJM 2012; 366:1287-1297

11. Prins MH et al. Thrombosis Journal 2013; 11:21

12. Bookhart BK al. J Med Econ 2014; 17:691

13. Heit JA III et al. Arch Intern Med 2000; 160:809-815

14. Lee AYY et al. NEJM 2003;349:146-53

15. Prins MH et al. Lancet Haematol 2014; 1:e37-e46

16. Details zu Anwendung/Dosierung: siehe jeweilige Fachinformationen

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