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© filipfoto/iStock/Thinkstock
Höherer Blutdruck und eine reduzierte Gefäßelastizität als Folge von Veränderungen des VKO-Gens.
 
Kardiologie 14. Dezember 2015

VKOR-Gen als „Blutdruck-Treiber“

Das Vitamin K Epoxid Reduktase (VKOR)-Gen spielt nicht nur eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Varianten dieses Gens führen auch zu reduzierter Elastizität der Blutgefäße und treiben so den Blutdruck in die Höhe.

Diese aktuellen Studienergebnisse berichtete Mag. Adelheid Panzenböck, MedUni Wien, anlässlich des Europäischen Kardiologenkongresses in London. Im Rahmen der Wiener Studie wurden zwei häufige genetische Varianten an den Postitionen (-1639) und (3730) des VKOR-Gens untersucht. Dazu wurden 1164 Patienten, die sich zur Abklärung einer koronaren Herzerkrankung einer Herzkatheter-Untersuchung unterzogen hatten, Blut abgenommen und die genetischen Varianten mittels hochspezifischer Tests ermittelt. „Wir fanden, dass Studienteilnehmer mit dem (-1639)A Allel im Vergleich zu Patienten mit dem (-1639)G Allel einen signifikant erhöhten systolischen und diastolischen Blutdruck hatten“, so Mag. Panzenböck. „Außerdem zeigte sich, dass bereits ein verändertes Allel ausreicht, um den Blutdruck signifikant zu erhöhen.

Unsere Studie konnte auch zeigen, dass Träger des (-1639)A Allels eine signifikant erhöhte Steifigkeit des Gefäßsystems aufweisen. Dieselben Veränderungen von Blutdruck und Dehnbarkeit des Gefäßsystems, die wir bei der (-1639) Genvariation beobachten konnten, zeigten sich auch bei der (3730) Variante.“

Laut Panzenböck seien noch weitere Studien notwendig, um die mechanistischen Hintergründe für diese Veränderungen zu untersuchen und um festzustellen, ob sich die Analyse der genetischen Varianten im VKOR-Gen in Zukunft nicht nur für die Feststellung der Effektivität von Warfarin, sondern auch zur Risikoeinschätzung bei erhöhtem Blutdruck eignet.

 

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