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Entscheidend für den Therapieerfolg – die Art der Aufbereitung und Lagerung der gewonnen Stammzellen.
 
Kardiologie 9. Oktober 2015

Stammzelltherapie nach Herzinfarkt: Materialaufbereitung entscheidend

Salzburger Forscher präsentierten Daten, wonach nicht so sehr die injizierten Stammzellen selbst, sondern die während der Aufbereitung entstandenen Eiweißstoffe Einfluss auf den Heilungsprozess nach einer Stammzelltherapie bei Herzinfarkt haben sollen.

Bei einem Vergleich des Vorgehens bezüglich der Aufbereitung von Stammzellen fanden die Salzburger Forscher zwischen den einzelnen Studien recht gravierende Unterschiede. Während in der Studie, die insgesamt keine Verbesserung erzielen konnte (ASTAMI), die entnommenen Stammzellen über Nacht bei 4 Grad Celsius in Kochsalz-Lösung zusammen mit Blutplasma gelagert wurden, verwendete man in der erfolgreicheren Studie (REPAIR-AMI) zur Aufbewahrung der Zellen ein Nährstoffmedium. Außerdem wurde in diesem Aufbereitungs-Protokoll patienteneigenes Serum zugesetzt und die Stammzellen wurden bei Raumtemperatur gelagert.

Wie Dr. Michael Lichtenauer, PhD, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, auf dem Europäischen Kardiologenkongress in London ausführte, entstehen je nach Aufbereitungsart Eiweißstoffe, die die Myokardzelle vor Sauerstoffmangel schützen. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Uta, Hoppe, Vorständin der Universitätsklinik für Innere Medizin II, Landeskliniken Salzburg, untersuchte diese Eiweißstoffe in den unterschiedlich aufbereiteten Stammzellen.

Lichtenauer: „Wenn Stammzellen nach dem in der ASTAMI-Studie verwendeten Protokoll verarbeitet wurden, konnten wir praktisch nur minimale Spuren von diesen nützlichen Eiweißfaktoren finden. Wohingegen Zellen, die entsprechend des REPAIR-AMI-Protokolls gelagert wurden, überaus große Mengen dieser Faktoren freigesetzt haben. Dies könnte erklären, weshalb die REPAIR-AMI Studie ein besseres Ergebnis als die ASTAMI-Studie erzielen konnte.“

Die Salzburger Wissenschafter hoffen, dass ihre Erkenntnisse der Forschung über Stammzellentherapie zur Regeneration von nach einem Herzinfarkt abgestorbenem Herzmuskelgewebe neue Impulse verleihen. Denn in der jüngeren Vergangenheit versetzten widersprüchliche Ergebnisse aus großen internationalen Studien der gesamten Stammzellforschung für Herzpatienten einen Dämpfer, sodass die Stammzelltherapie heute beim akuten Herzinfarkt keinen Stellenwert hat. Lichtenauer: „Warum in den bisherigen Studien solch unterschiedliche Ergebnisse zustande kamen, darüber konnte bisher nur spekuliert werden. Anhand unserer Ergebnisse könnten die bisher in Studien verwendeten Methoden der Stammzellverarbeitung verbessert werden, um die Wirksamkeit dieser Therapie bei Herzinfarktpatienten zu steigern

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