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Kardiologie 3. Juli 2015

Verbesserter Strahlenschutz ohne schwere Bleischürzen

Die Strahlenexposition stellt eine der größten arbeitsmedizinischen Gefahren für interventionell tätige Ärzte dar. Das Zero-Gravity-System läutet ein neues Zeitalter des Strahlenschutz im Katheterlabor ein.

Studien zur Strahlenbelastung von medizinischem Personal haben gezeigt, dass die kumulierte Strahlendosis in der Gruppe der intervenierenden Kardiologinnen und Kardiologen am höchsten ist.1 Das Tragen schwerer Bleischürzen zum Schutz vor ionisierender Strahlung führt zudem oft zu orthopädischen Komplikationen und zu chronischen Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule.2

Frei schwebendes Schutzschild wehrt Strahlen ab

CFI Medical und BIOTRONIK bieten dafür eine Lösung an: Durch die Zero-Gravity-Technologie ist der menschliche Körper hier, anders als bei herkömmlichen Strahlenschutzsystemen, keiner Gewichtsbelastung ausgesetzt. Ein Körperschild mit einem Bleigleichwert von bis zu 1 mm und ein durchsichtiger Blei-Acrylglas-Kopfschutz mit einem Bleigleichwert von 0,5 mm hängen an einer Schiene, die an einem fahrbaren Sockel oder an der Decke befestigt ist. So können sich die Ärztin oder der Arzt oder die OP-Assistenz während der Prozedur im Katheterlabor weitgehend frei bewegen und werden dabei durch das „schwebende“ Zero-Gravity-System geschützt.

Besserer Schutz, weniger Ermüdung

Zusätzlich zur Gewichtsentlastung profitieren Ärztinnen und Ärzte mit Zero-Gravity von einem verbesserten Strahlenschutz. Untersuchungen zeigen, dass bei Verwendung herkömmlicher Bleischürzen wesentliche Körperteile schlecht geschützt bleiben, auch wenn diese zusätzlich mit Acryl-Blei Schutzeinrichtungen kombiniert waren. Der Einsatz von Zero-Gravity hingegen führte zu einer Reduktion der Strahlenbelastung von 94% im Augenbereich, 87 % im Schläfenbereich, 100% am Hals, 89 %-98 % am Oberarm und 93 %-95 % im Schienbeinbereich.3 Das Zero-Gravity-System schützt einen größeren Teil des Körpers mit einem höheren Bleigleichwert als konventionelle Röntgenschutzbekleidung. Die Gesundheitsgefährdung der mit Röntgenstrahlung arbeitenden Personen wird reduziert, zudem ermüden diese während der Prozedur weniger schnell. Dabei bleiben die volle Bewegungsfreiheit und der uneingeschränkte Zugang zum Patienten am OP-Tisch erhalten. In Situationen, in denen der Röntgenschutz nicht benötigt wird, kann dieser ganz einfach vom Körper gelöst werden, und bei Bedarf wieder angelegt werden – ohne Beeinträchtigung der Sterilität.

Zero-Gravity wird die Arbeit im Katheterlabor revolutionieren und das Strahlenrisiko deutlich senken. CFI Medical und Biotronik leisten mit Zero-Gravity einen Beitrag zur Verbesserung der arbeitsmedizinischen Bedingungen und der Arbeitssicherheit in Katheterlaboren.

Weitere Informationen: BIOTRONIK Vertriebs-GmbH Dipl.-Ing. Ronald Egger Produkt Manager E-Mail:

Literatur

1. Roguin A et al. Brain and neck tumors among physicians performing interventional procedures. Am J Cardiol 2013, 111(9):1368-72

2. Klein L, Miller D, Balter S et al. (2009) Society of Interventional Radiology http://pubs.rsna.org/doi/pdf/10.1148/ radiol.2502082558

3. Savage C et. al: Open Journal of Radiology, 2013, 3, 143-151

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