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Kardiologie 3. Juli 2015

EHRA stellt neues Konsensuspapier in Mailand vor

Des Patienten Präferenz spielen im kürzlich publizierten Konsensuspapier der European Heart Rhythm Association (EHRA) zum Management von Tachyarrhythmien erstmals eine zentrale Rolle. Da es die Betroffenen selbst sind, die mit den Konsequenzen der Behandlung leben müssen, sollen sie aktiv in die Wahl der Therapie einbezogen werden, so der Tenor der Task Force, die das Konsensuspapier erarbeitet hat.

Unterstützt wird die EHRA-Publikation nicht nur von der European Society of Cardiology (ESC), deren Tochtergesellschaft die EHRA ist, sondern auch von der amerikanischen Heart Rhythm Society (HRS), der Asia Pacific Heart Rhythm Society (APHRS) und der Latinoamericana de Estimulación Cardíaca y Electrofisiología (SOLEACE).

Task-Force-Leiterin Dr. Deirdre Lane sagt: „Das kürzlich publizierte Konsensuspapier spiegelt den aktuellen Wissenstand zum Thema Tachyarrythmien, darunter auch Vorhofflimmern, wider und auch das Wissen über die Auswirkung verschiedener Therapien auf das Leben der Betroffenen.

Bekanntlich können tachykarde Herzrhythmusstörungen bzw. deren Behandlung mit Medikamenten oder Devices großen Einfluss nicht nur auf die Lebensqualität, sondern auch auf die berufliche Situation haben. Dr. Deirdre betont, dass das Leben von Patienten mit Tachyarrhythmien oft stark von Angst und Panik geprägt ist, zumal Herzrhythmusstörungen unberechenbar sind und deren Prognose oft schlecht einschätzbar ist. Es ist daher nicht verwunderlich, das Ängste die Einstellung der Patienten zur Therapie beeinflussen. Im Zusammenhang damit wird im Konsensuspapier auf folgende Punkte hingewiesen:

Patientenedukation soll einen hohen Stellenwert haben; die Betroffenen sollen lernen, ihre Erkrankung, deren Verlauf und die verfügbaren Therapieoptionen zu verstehen.

Alle Patienten sollten eine Therapie individuellen Zuschnitts und die für die Entscheidung nötigen Informationen erhalten.

Des Patienten Bedürfnisse und Wünsche sollen diskutiert und dokumentiert werden und in den Entscheidungsprozess einfließen. Die gemeinsame Entscheidungsfindung sollte die übliche Herangehensweise sein.

Die Kommunikation soll in einer Form erfolgen, die es den Betroffenen ermöglicht, die Vor- und Nachteile verschiedener Therapien abzuwägen, um eine mündige Entscheidung treffen zu können.

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