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Moderne Devices übermitteln wichtige Daten direkt zum Arzt.
 
Kardiologie 14. Dezember 2015

Home Monitoring bringt viele Vorteile

Nutzen von Home Monitoring als Nachsorge-Tool bei rhythmologischen Device-Patienten.

In Österreich leben mehr als 50.000 Patienten mit einem Herzschrittmacher. Jährlich werden zur Kontrolle von Herzrhythmusstörungen 8.200 neue Herzschrittmacher und 2.200 ICDs implantiert1 – Tendenz steigend.

„Diese Patienten müssen regelmäßig nachgesorgt werden“, betonte Prim. Doz. Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer, 5. Medizinische Abteilung/Kardiologie, SMZ Süd Wien, anlässlich des 20. Expertentreffens für Herzrhythmustherapie in Krems. „In der täglichen Praxis ist allerdings nur etwa die Hälfte dieser Nachsorgen von klinischer Relevanz“, berichtete OA Dr. Michael Nürnberg, 3. Medizinische Abteilung mit Kardiologie, Wilhelminenspital Wien, und Nukleusmitglied der Arbeitsgruppe Rhythmologie der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG).

Home Monitoring rettet Leben

Um die Nachsorgesituation für die Patienten ressourcenschonend zu verbessern, wird von heimischen Experten der flächendeckende Einsatz von Home-Monitoring gefordert und in Leitlinien2 empfohlen.

Biotronik-Home-Monitoring ermöglicht die weltweite vollautomatische und tägliche Datenübertragung von Patienten mit Herzschrittmachern, ICDs, Implantaten zur Kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) oder implantierbaren Event-Recordern via Mobilfunk an den behandelnden Arzt. „Dadurch kann dieser frühzeitig Probleme erkennen und rasch eingreifen – ein enormer Vorteil sowohl bei Patienten mit eingeschränkter Mobilität als auch bei aktiven Patienten, die noch mitten im Berufsleben stehen“, erklärte Nürnberg. In mehreren Studien wurde das Potenzial von Home Monitoring dargestellt:

Die Implantatbasierte Fernnachsorge erwies sich als genau so sicher wie eine Standardnachsorge in der Klinik und reduzierte die Anzahl der ambulanten Nachsorgen um 45 Prozent.3

Durch Früherkennung kardialer Ereignisse wurde die Reaktionszeit des Arztes um mehr als 34 Tage (p < 0,001) verkürzt – unabhängig von der Art des Arrhythmieereignisses.3,4 Es wurden insbesondere auch asymptomatische Ereignisse erkannt. Dadurch wurden rund 40,5 Tage gewonnen (p < 0,001) und eine frühzeitige und am aktuellen Patientenbedarf orientierte Therapie ermöglicht.

Durch die Früherkennung von Arrhythmien und eine rechtzeitige Therapieanpassung seitens des Arztes konnten Schlaganfälle und Krankenhauseinweisungen um 67 Prozent gesenkt werden (p < 0,05).4

Home Monitoring führte zu einer signifikanten Reduktion der Mortalität um mehr als 50 Prozent und beugte der Verschlechterung der Herzinsuffizienz signifikant vor.5 Dies resultierte auch in einer Vermeidung von Folgekosten (z.B. für Hospitalisierung).

ÖKG befürwortet Telemedizin

Dr. Franz Xaver Roithinger, designierter Vorsitzender der ÖKG, Vorstand 2. Interne Abteilung, Landesklinikum Wr. Neustadt: „Home Monitoring ermöglicht eine optimierte Ressourcennutzung, eine Verlängerung der Nachsorgeintervalle, eine Reduktion der Nebenkosten sowie der Krankenhausaufenthalte.“ Der ökonomische Nutzen wurde bereits in mehreren Studien bestätigt. So zeigte die französische ECOST-Studie, dass mit ambulanter Fernnachsorge per Biotronik Home Monitoring mehr als 300 Euro pro Patient und Jahr eingespart werden können.6 Vor diesem Hintergrund wird die Telemedizin von der ÖKG als kostendämpfende Technologiemaßnahme befürwortet, die insbesondere den Spitalsbereich finanziell deutlich entlasten könnte.7

Gefordert ist eine flächendeckende und österreichweit einheitliche Regelung der telemedizinischen Versorgung. „Längst fällig sind in diesem Zusammenhang eine Klärung der Finanzierung, eine Adaption der Rechtsvorschriften sowie eine Regelfinanzierung für Telemedizin“, so die Experten.

 

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