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Dr. Markus Mach, KH Hietzing, Wien
 
Kardiologie 27. Mai 2015

Daten aus dem VICTORY-Register

 
 

Die konkomitante Mitralinsuffizienz kann unabhängig vom OP-Risiko sowie dem gewählten Klappentyp und Zugangsweg nach TAVI signifikant verbessert werden.

Die Mitralinsuffizienz ist eine häufig beobachtete Komorbidität bei Patienten mit einer hochgradigen Aortenstenose, die für eine Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) evaluiert werden.

Diese spezielle Patientenpopulation zeigt trotz erhöhtem operativen Mortalitätsrisiko großes Potenzial zur postoperativen Verbesserung der Lebensqualität und Lebenszeitverlängerung. Die Faktoren, die diesen Umstand beeinflussen, sind bis dato noch nicht zur Gänze erforscht. Ebenso wenig ist über den Einfluss einer sich postinterventionell verbesserten Mitralinsuffizienz bekannt.

Diesen Einfluss näher zu untersuchen und prädiktive Faktoren aufzuzeigen, die zu einer verringerten Mitralinsuffizienz führen, war Ziel der folgenden Untersuchung.

Methoden und Resultate

104 TAVI-Patienten (hochgradige Aortenstenose plus hohes operatives Mortalitätsrisiko laut EuroSCORE II und STS-Score) aus dem VIenna CardioThOracic Aortic Valve RegistrY (VICTORY), wurden in die Studie eingeschlossen. Bei Patienten mit hochgradiger Verkalkung oder Kinking der Iliakalgefäße wurde der transapikale Zugang gewählt.

Präoperativ wurden unter anderem der Annulusdurchmesser, die linksventrikuläre Ejektionsfraktion sowie der mittlere als auch der maximale Druckgradient über der Aortenklappe echokardiografisch gemessen. Die Mitralinsuffizienz und aortovalvuläre Begleitinsuffizienz wurde mittels Color-Flow Doppler evaluiert.

Die Zahl der Patienten mit konkomitanter Mitralinsuffizienz konnte durch den Eingriff von 85,3 % auf 62,2 % gesenkt werden. Innerhalb der transapikalen Patientenkohorte konnte eine Reduktion von 76 % auf 54 % festgestellt werden. Mehr als die Hälfte der Patienten (65 %) mit einer mittelgradigen oder schweren Mitralinsuffizienz wiesen innerhalb der transfemoralen Kohorte eine Verbesserung auf, verglichen mit 50,3 % innerhalb der transapikalen Kohorte.

Diese Verbesserung wurde nicht durch den gewählten Klappentyp, den Zugangsweg oder das operative Mortalitätsrisiko (50 % bei euroSCORE > 20, 48,6 % bei euroSCORE < 20) beeinflusst. Die Patienten die eine Verbesserung hinsichtlich ihrer Mitralinsuffizienz zeigten, hatten weniger häufig Bluthochdruck, Diabetes oder einen stattgehabten Myokardinfarkt.

Kein Unterschied innerhalb dieser Patientenpopulationen konnte hinsichtlich COPD, KHK, stattgehabte Bypassoperation, Schlaganfall, CAVK, PAVK oder Vorhofflimmern festgestellt werden. Ebenso wenig konnten signifikante Unterschiede bezüglich des postoperativen Outcomes (definiert nach den gültigen VARC-2 Kriterien) sowie der 30-Tage Mortalität zwischen der transapikalen und der transfemoralen Kohorte ermittelt werden.

Arbeitsgruppe: V. Isak, M. Mach, D. Santer, H. Pisarik, S. Folkmann, M. Harrer, J. Pollak, F. Veit, C. Adlbrecht, G. Delle-Karth, M. Grabenwöger; KH Hietzing, Heart Team Vienna

 

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