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Dr. Bernhard Jäger, Wilhelminenspital Wien
 
Kardiologie 27. Mai 2015

Wiener STEMI-Netzwerk

 
 

Daten aus dem Wiener STEMI-Netzwerk 2003-2009 zeigen eine Verkürzung der Versorgungszeiten und ein verbessertes Langzeit-Überleben.

Internationale Richtlinien sehen vor, dass Netzwerke zur Versorgung von ST-Hebungs-Myokardinfarkte (STEMI) laufend Versorgungs- und Transportzeiten dokumentieren und veröffentlichen. Ziel der Studie war es, Veränderungen der Patienten- und System-bezogenen Delays sowie des Langzeit-Überlebens von 2003 -2009 in einem urbanen STEMI-Netzwerk zu beschreiben.

Methodik

Pain-to-First Medical Contact (FMC), FMC-to-Reperfusion (Rx) und Total Ischemic Time (TIT) wurden bei Patienten mit STEMI von 2003 bis 2009 im Wiener STEMI Netzwerk dokumentiert. Spitalsmortalität, 3-Jahres-Überleben und Versorgungszeiten waren für 2492 Patienten des Registers verfügbar. Die Einteilung der Patienten erfolgte in vier Gruppen anhand des Zeitpunkts des Infarkts.

Ergebnisse

Die Rate der primären perkutanen Koronarintervention (PPCI) stieg im Beobachtungszeitraum signifikant an (68,0 % im Jahr 2003 vs. 98,7 % im Zeitraum 2008/09; p < 0,001). Die Rate der Fibrinolysetherapie sank zwischen 2003 und 2008/09 von 21,1 % auf 0,7 % (p < 0,001, jene der nicht revaskularisierten Patienten von 10,9% auf 0,7 %) sank ; p < 0,001).

Parallel zu dieser Entwicklung wurden die Versorgungszeiten (Pain-to-FMC, FMC-to-Rx und TIT) signifikant verkürzt und die Krankenhaussterblichkeit reduzierte sich. Sie sank von 9,3 % im Jahr 2003 auf 7,2% im Zeitraum 2008/09 (p = 0,085). Es zeigte sich ein statistischer Trend hin zu verbessertem 3-Jahresüberleben (2003: 85,8%, 2008/09: 88,4%; p = 0,077).

Zusammenfassung

Versorgungszeiten im Wiener STEMI-Netzwerk konnten zwischen 2003 und 2009 signifikant verkürzt werden. Dies war begleitet von einem statischen Trend zu verbesserten Krankenhaus- und Langzeitüberleben.

Bernhard Jäger, Serdar Farhan, Karim Kalla (3. Medizinische Abteilung, Wilhelminenspital) Helmut Glogar, Gerald Maurer (MedUniWien, Department für Kardiologie) Günter Christ, Andrea Podczeck-Schweighofer (5. Medizinische Abteilung, SMZ-Süd Wien) Ronald Karnik, Franz Weidinger (2. Medizinische Abteilung, KA Rudolfstiftung) Georg Norman, Thomas Stefenelli (SMZ-Ost Wien, 1. Medizinische Abteilung), Herbert Pracha, Georg Delle-Karth, (4. Medizinische Abteilung, Krankenhaus Hietzing), Wolfgang Schreiber, Anton Laggner, (MedUni Wien, Notfallaufnahme), Alfred Kaff (Ambulance Services Vienna) Kurt Huber im Namen der Vienna STEMI Registry Group (3. Medizinische Abteilung, Wilhelminenspital)

 

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