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© Derndorfer
Dr. Michael Derndorfer, KH der Elisabethinen Linz
 
Kardiologie 27. Mai 2015

Reduktion zerebraler Läsionen während Ablation

 
 

Wie sich asymptomatische zerebrale Läsionen durch Verbesserung des Workflows bei linksatrialer Ablation reduzieren lassen, zeigt eine Vergleichanalyse der Arbeitsgruppe um Dr. Michael Derndorfer.

Die linksatriale Radiofrequenz-Katheterablation zur Pulmonalvenenisolation wurde bereits mehrfach mit einem erhöhten Risiko asymptomatischer zerebraler Läsionen in Verbindung gebracht. Dies konnte auch durch ununterbrochene orale Antikoagulation nicht vollständig verhindert werden.

Ziel der Studie war es, zerebrale Läsionen während Lungenvenenablation in einem Patientenkollektiv mit verbessertem Workflow („neues Protokoll“) mit Standardablationen („standard“) zu vergleichen.

Beide Gruppen hatten eine kontinuierliche und ununterbrochene Antikoagulation als Grundvoraussetzung. Prä- und postprozedurale zerebrale Magnetresonanzstudien wurden zur Erfassung zerebraler Läsionen durchgeführt.

Methodik und Ergebnisse

Insgesamt wurden 220 konsekutive Patienten (110 Standard, 100 neues Protokoll), bei denen aufgrund paroxysmalen oder persistierenden Vorhofflimmerns eine Lungenvenenablation erfolgt war, in die Studie eingeschlossen.

Bei Standardprozeduren wurden zwei initiale Boli unfraktionierten Heparins intravenös verabreicht: primär ein „kleiner“ Bolus mit 3.000-5.000 IU Heparin unmittelbar vor, anschließend ein Zweitbolus, um eine Gesamtdosis von 100 IU/ kg Körpergewicht zu erreichen, unmittelbar nach transseptaler Punktion.

Das neue Protokoll sah einen singulären „Volldosis“-Bolus unfraktionierten Heparins (100 IU/kg Körpergewicht) unmittelbar nach Leistenvenen-Punktion vor, um die Antikoagulation zum Zeitpunkt der transseptalen Punktion zu maximieren. Zudem wurde ein abgeändertes Handling des Katheters angewandt, das während Einführung des Katheters über die transseptale Schleuse einen kontinuierlichen Blutrückfluss vorsah, um Luftembolisationen im System zu vermeiden.

Um die angestrebte Antikoagulation zu erreichen (Ziel ACT 300-400 s) wurde in beiden Gruppen kontinuierlich i.v. Heparin verabreicht und je nach Bedarf um zusätzliche Boli ergänzt.

Das Ergebnis: Mittels MRT konnte ein Trend zu weniger zerebralen Läsionen unter Anwendung des neuen Protokolls beobachtet werden (Standard: 12,7%; neues Protokoll 5,5%, p=0,061).

Schwerwiegende Komplikationen (Tod, hämodynamisch signifikanter Perikarderguss, schwere Blutung, neurologische Defizit) traten in keiner der beiden Gruppen auf.

Schlussfolgerung

Durch einen verbesserten Workflow während Pulmonalvenenisolation konnte ein Rückgang asymptomatischer zerebraler Läsionen beobachtet werden. Ob die Ursache in der Volldosis-Heparinisierung vor transseptaler Punktion, oder im abgeänderten Katheterhandling unter Annahme geringerer Luftaufnahme in das System liegt, bleibt Aufgabe weiterer Studien.

Arbeitsgruppe: Michael Derndorfer1, Elisabeth Sigmund1, Siegmund Winter1, Wolfgang Jauker2, Manfred Gschwendtner2, Josef Aichinger1, Helmut Pürerfellner1, Martin Martinek1; 1 Abteilung für Kardiologie, 2 Abteilung für Radiologie Krankenhaus der Elisabethinen Linz, Lehrkrankenhaus der Universitäten Wien, Innsbruck und Graz

 

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