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Dr. Andreas Kammerlander, MedUni Wien.
 
Kardiologie 27. Mai 2015

Myokardfibrose nicht-invasiv quantifizieren

 
 

Myokardiales T1-mapping mittels MR ermöglicht eine nicht-invasive Quantifizierung von diffuser Myokardfibrose. Die vorliegende Studie bereitet den Weg von der histologischen Validierung zum klinischen Einsatz.

Die diffuse Myokardfibrose spielt eine Schlüsselrolle bei vielen Herzerkrankungen. Kürzlich konnte gezeigt werden, dass es mittels kardialer Magnetresonanztomographie (MRT) möglich ist, das Herzmuskelgewebe nicht-invasiv mit T1-Mapping zu charakterisieren und das myokardiale Extrazellulärvolumen (ECV) zu messen. Die Validierung dieser Methode anhand von Herzmuskelbiopsien ist jedoch nur in Studien mit geringer Fallzahl erfolgt, und bezüglich der klinischen Relevanz dieser neuen Methode sind wenige Daten verfügbar.

Methoden und Ergebnisse

531 Patienten (49 % Frauen, 57 ± 18 Jahre alt) wurden prospektiv eingeschlossen. Das ECV wurde mittels der „Modified Look-Locker Inversion“ (MOLLI) T1-Mapping-Methode gemessen (= MOLLI-ECV). Der Einfluss des MOLLI-ECV auf das Überleben (kombinierter Endpunkt: Hospitalisierung oder Tod kardialer Ursache) wurde mittels der Kaplan-Meier Methode und multivariabler Cox-Regressions-Analysen untersucht.

Bei 39 der Studienpatienten (26 mit Herzinsuffizienz, 9 mit kardialer Amyloidose und 4 mit Klappenvitien) wurde eine linksventrikuläre Herzmuskelbiopsie im Rahmen der Koronarangiographie durchgeführt. Der Anteil des ECV in den Biopsien wurde nach einer modifizierten Trichrom-Färbung mittels TissueFAXS Analyse bestimmt und die Korrelation mit dem MOLLI-ECV untersucht. In den Myokardbiopsien betrug das ECV mittels TissueFAXS im Durchschnitt 33±16% und korrelierte exzellent mit dem aus dem MR ermittelten MOLLI-ECV (29 ± 7 %, r = 0.915, p < 0.001). Patienten mit hohem MOLLI-ECV (> Median von 27 %) zeigten ein kürzeres Event-freies Überleben in der Kaplan Meier Analyse (log-rank, p < 0.001).

In der multivariablen Cox-Regression war MOLLI-ECV unabhängig mit einer schlechteren Prognose assoziiert (p < 0.001), zusätzlich zu Alter (p = 0.001) und Serum NT-proBNP (p = 0.016).

Schlussfolgerung

Myokardiales T1-mapping mittels MR ermöglicht eine nicht-invasive Quantifizierung von diffuser Myokardfibrose. Die vorliegende Studie an über 500 kardiologischen Patienten zeigt, dass die diffuse Myokardfibrose unabhängig mit der Prognose assoziiert ist.

Arbeitsgruppe: ,Andreas A. Kammerlander, MD; Stefan Pfaffenberger, MD; Caroline Zotter-Tufaro, MSc; Alina Bachmann, MD; Stefan Aschauer, MD; F. Duca, MD; K. Knechtelsdorfer; M. Wiesinger; Diana Bonderman, MD; Julia Mascherbauer, MD; Universitätsklinik Innere Medizin II, MedUni Wien

 

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