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Dr. Sebastian Reinstadler, Innsbruck
 
Kardiologie 27. Mai 2015

ST-Senkung: Ein vernachlässigter Marker?

 
 

Die Resolution der ST-Streckensenkung ist mit der Infarktgröße, dem Reperfusionsschaden und der klinischen Prognose beim ST-Hebungsinfarkt assoziiert: eine multizentrische kardiale Magnetresonanzstudie.

Gleichzeitige ST-Streckensenkungen in gegenüberliegenden Ableitungen sind beim ST-Hebungsinfarkt (STEMI) ein häufiges Phänomen. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen der Resolution dieser ST-Streckensenkungen (STD-R) und dem myokardialen Schaden unbekannt sowie die prognostische Wertigkeit der STD-R unzureichend untersucht. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang der STD-R mit dem myokardialen Schaden erstmals zu untersuchen und die Mögliche prognostische Wertigkeit der STD-R in Patienten mit akutem ST-Hebungsinfarkt zu evaluieren.

Methoden

Es wurden 611 STEMI-Patienten in dieser multizentrischen kardialen Magnetresonanztomographiestudie (MRT) eingeschlossen. Die STD-R, definiert als komplett (> 50%) oder inkomplett (< 50%), wurde 90 Minuten nach primärer mechanischer Reperfusionstherapie (PCI) bestimmt. Alle Patienten wurden innerhalb von 10 Tagen nach Infarkt einer MRT-Untersuchung zugeführt. Der primäre klinische Endpunkt war eine Kombination aus Tod, Reinfarkt und neuer Herzinsuffizienz innerhalb der ersten 12 Monate nach Infarkt.

Ergebnisse

Jene Patienten mit einer STD-R < 50% (n = 170) hatten ein größeres myokardiales Ödem (p = 0.01), eine größere Infarktnarbe (p = 0.02), eine größere mikrovaskuläre Schädigung (p = 0.01), sowie einen geringeren „Salvage Index“ (p = 0.03). Dementsprechend war die linksventrikuläre Auswurfsfraktion in Patienten mit inkompletter STD-R signifikant schlechter (p < 0.01). Eine inkomplette STD-R war zudem mit einem kürzeren eventfreien Überleben assoziiert (p < 0.01). In der multivariaten Cox Regressionsanalyse zeigte sich, dass eine STD-R < 50% unabhängig von anderen klinischen Risikofaktoren ein signifikanter Prädiktor für den kombinierten klinischen Endpunkt nach 12 Monaten war (Hazard Ratio: 2.32 [95% CI 1.18-4.54], p = 0.01).

Konklusion

Patienten mit akutem STEMI und einer inkompletten STD-R nach PCI haben einen größeren myokardialen und mikrovaskulären Schaden und folglich eine schlechtere klinische Prognose nach.

Sebastian Johannes Reinstadler, Anette Baum, Karl-Philip Rommel, Steffen Desch, Bernhard Metzler, Janine Poess, Holger Thiele, Ingo Eitel, Universitätsklinik für Inner Medizin III, Kardiologie und Angiologie, MedUni Innsbruck.

 

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