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Kardiologie 26. Mai 2015

Vorhofflimmern bei Herzinsuffizienz: Ablation erfolgreich

 
 

Herzinsuffizienz geht häufig mit Vorhofflimmern einher. Als antiarrhythmische Therapie scheint die Katheterablation durch Spezialisten bei dieser Konstellation wirksamer zu sein als eine medikamentöse Behandlung mit Amiodaron.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz ist Vorhofflimmern eine häufige Begleiterkrankung. Als antiarrhythmische Therapie scheint die Katheterablation durch versierte Spezialisten bei dieser klinischen Konstellation eine bessere Option zu sein als die medikamentöse Behandlung mit Amiodaron.

Eine Koexistenz von Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern ist häufig. Es besteht Interdependenz: Je schwerer die Herzinsuffizienz, desto höher ist die Prävalenz von Vorhofflimmern. Die Arrhythmie kann umgekehrt die kardiale Hämodynamik zusätzlich beeinträchtigen und die Symptome der Herzschwäche verstärken. Die Möglichkeiten einer medikamentösen antiarrhythmischen Therapie bei Herzinsuffizienz sind sehr beschränkt. Am ehesten kommt noch Amiodaron in Betracht.

Die Katheterablation als mögliche Alternative

Die Katheterablation hat sich bisher hauptsächlich bei Patienten mit normaler Herzfunktion und paroxysmalem Vorhofflimmern als erfolgreich erwiesen. Zur Wirksamkeit dieser Methode bei mit Herzinsuffizienz assoziiertem Vorhofflimmern liegen bisher nur Ergebnisse kleinerer Studien vor. Sie sprechen dafür, dass diese Methode Arrhythmie-Rezidiven vorbeugen und die kardiale Hämodynamik verbessern kann.

Ergebnisse der bislang größten Studie hat Dr. Luigi DiBiasi aus New York jetzt beim Kongress des American College of Cardiology in San Diego vorgestellt. Dafür sind 203 Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz und persistierendem Vorhofflimmern rekrutiert worden. Alle waren Träger von implantierten Defibrillatoren (ICD) oder CRT-D-Geräten, die in der Studie zur Arrhythmiedetektion genutzt wurden.

Aufgeteilt auf zwei Gruppen sind die Patienten entweder einer Katheterablation durch erfahrene Spezialisten unterzogen oder auf eine antiarrhythmische Therapie mit Amiodaron eingestellt worden.

Ziel bei der Ablation war die Isolation der Pulmonalvenen. Allerdings war den behandelnden Kardiologen freigestellt, falls nötig auch eine noch ausgedehntere Ablation vorzunehmen. Das sollte, wie sich später zeigte, für die Ergebnisse von Bedeutung sein.

Die Dauer der Nachbeobachtung betrug im Schnitt 26 Monate. In dieser Zeit blieben in der Gruppe mit Ablation 70 Prozent aller Patienten von rezidivierendem Vorhofflimmern verschont, in der Amiodaron-Gruppe betrug der Anteil nur 34 Prozent.

DiBiasi führt die überraschend hohe Erfolgsrate nach Ablation auf die hohe Expertise der behandelnden Kardiologen zurück. Auch zeigte sich, dass die alleinige Pulmonalvenenisolation, wie bei 22 Patienten durchgeführt, nicht erfolgreicher war als die Amiodaron-Therapie. Erst wenn ausgedehnter abladiert wurde, was bei 80 Patienten der Fall war, stellt sich eine bessere Wirksamkeit ein.

Weniger Rehospitalisierungen, niedrigere Gesamtmortalität

Auch funktionelle Parameter wie die linksventrikuläre Auswurffraktion und die Gehstrecke (6-Minuten-Gehtest) zeigten sich nach Ablation signifikant stärker verbessert als unter Amiodaron-Therapie.

Die Rate der Klinikeinweisungen war in der Gruppe mit Ablation signifikant niedriger als in der medikamentös behandelten Gruppe (31 versus 57 Prozent), ebenso die Rate für die Gesamtmortalität (8 versus 18 Prozent).

 

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