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Lp(a) hat strukturelle Ähnlichkeit zum LDL-C, aber seine Spiegel sind vor allem genetisch determiniert.
 
Kardiologie 26. Mai 2015

Stellenwert von Lp(a) bei Herzinsuffizienz

 
 

Immer mehr Studien beschäftigen sich mit der Untersuchung von etablierten kardiovaskulären Risikofaktoren bei Patienten mit Herzinsuffizienz. So auch eine neue Analyse der Kopenhagen Study Group.

Nachdem sich in frühen Studien erhöhtes Lipoprotein(a) als unabhängiger Risikofaktor für eine vorzeitige Atherosklerose, kardiovaskuläre Ereignisse und das Entstehen einer Aortenklappenstenose herausgestellt hat, ging nun eine Arbeitsgruppe um Dr. Pia Kamstrup von der Universität Kopenhagen der Frage nach, ob Lp(a), das seitens seines strukturellen Aufbaus dem LDL-Cholesterin ähnelt, auch in der Entwicklung der Herzinsuffizienz ein kausale Rolle spielen könnte.

Herzinsuffizienz-Risiko um 60 bis 80 Prozent erhöht

Die Wissenschafter analysierten die Krankenakte von 98.097 Personen der Kopenhagen City Heart Study und der Kopenhagen General Population Studie. In 4.122 Fällen wurde die Diagnose einer Herzinsuffizienz gestellt. Diese war entweder von Beginn an bekannt. In den meisten Fällen wurde sie jedoch erst im Verlauf des Beobachtungszeitraums von 7 Jahren gestellt.

Laut den beim Kongress der European Atherosclerosis Society (EAS) in Glasgow vorgestellten Analyse begann das Risiko ab einem Lp(a)-Wert von 50 mg/dl anzusteigen. Patienten mit den höchsten Werten hatten eine 60 bis 80%-ige Zunahme des Herzinsuffizienzrisikos zu verzeichnen (p < 0.001).

Um der Kausalität dieses Zusammenhangs nachzugehen, unternahmen die Forscher statische Analysen, die auch genetische Untersuchungen mit einbezogen, zumal die Höhe des Lp(a)-Spiegels vor allem genetisch determiniert ist. Bei Patienten mit entsprechenden Genvarianten war das Risiko für eine Herzinsuffizienz um 18% erhöht, im populationsbezogenen Kollektiv hingegen in nur 9% – ein Ergebnis, das eine kausale Assoziation nahe legt. Laut Kamstrup könnte der Zusammenhang sogar unterschätzt werden, da die Herzinsuffizienz oft erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Die Zahl der Herzinsuffizienzfälle war in den Krankenakten wahrscheinlich niedriger, als es der Realität entspricht.

LDL-Senkung beeinflusst Verlauf der Herzinsuffizienz

Dass die Gruppe der Low Density Lipoproteine, zu denen Lipoprotein(a) und das LDL-Cholesterin gehören, einen interessanten Ansatz im Management der Herzinsuffizienz bieten könnten, legte eine andere Präsentation am Kongress nahe. Der zeitgleich publizierten Metaanalyse von Mitarbeitern um Dr. David Preiss, BHF Glasgow Cardiovascular Research Center, zufolge führte eine langjährige Behandlung mit Statinen zu einer Reduktion erster Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz (Eur Heart Journal, März 2015).

17 Studien mit insgesamt 132.000 Patienten, bei denen Statine in unterschiedlichen Indikationen zur Primär- oder Sekundärprävention eingesetzt wurden, waren in die Metaanalyse eingeflossen.

Die Inzidenz der erstmaligen Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz war bei Statintherapie um 10% niedriger als bei Patienten in den jeweiligen Kontrollgruppen. Auch der Kompositendpunkt aus Hospitalisierung und Tod wegen Herzinsuffizienz wurde in der Gruppe der mit Statinen behandelten Patienten statistisch signifikant weniger oft erreicht.

Auch die Autoren dieser Studie geben zu bedenken, dass die Effektgröße der beobachteten Ergebnisse wahrscheinlich unterschätzt werde, da mildere Herzinsuffizienzepisoden keine Berücksichtigung fanden.

 

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