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© Alexandr Mitiuc/iStock/Tinkstock
Drei Tage lang drehte sich beim EASKongress alles um die Atherosklerose.
 
Kardiologie 26. Mai 2015

Früh mit der Cholesterinsenkung beginnen

 
 

Wer das volle Potenzial einer Cholesterinsenkung ausschöpfen möchte, sollte nicht nur tiefe Zielwerte anstreben, sondern auch möglichst früh damit beginnen.

Das Motto „the lower, the better“ hat sich in Bezug auf die Senkung des LDL-Cholesterins mehrfach bestätigt. Doch nur in dieser einen Dimension zu denken, reicht nicht aus, wie Professor Chris Packard, Forschungsdirektor des NHS Greater Glasgow & Clyde) beim EAS-Kongress anhand von 20-Jahresdaten der WOSCOPS- Studie darlegte. Ähnlich wie für die Blutzuckersenkung (Langzeit-Follow-up der UKPDS) zeigte sich nun auch für die Cholesterinsenkung ein sogenannter Legacy-Effekt. Was heißt das? Obwohl davon auszugehen ist, dass 20 Jahre nach Beginn der Studie viele der Teilnehmer die Statinmedikation abgesetzt haben, betrug das Ausmaß der Risikoreduktion nach so langer Zeit immer noch 27%, entsprechend dem Ergebnis nach 5 Jahre Beobachtungsdauer.

Es geht um anhaltenden Benefit

Kein vergleichbarer Post-Treatment-Effekt zeigten die 10 Jahresdaten der PROSPER-Studie, die ausschließlich bei älteren Patienten durchgeführt wurde. Es kommt also auch auf den Zeitpunkt an, zu welchem eine Statintherapie begonnen wird, fasste Packard zusammen. Wenn auch die Mechanismen dieses Legacy-Effekts noch nicht aufgeklärt sind, so ist davon auszugehen, dass Statine dem Entstehen neuer Läsionen vorbeugen und gleichzeitig bestehende Läsionen stabilisieren, und das hat offenbar anhaltende Wirkung. Umgelegt auf die Praxis würden die 20-Jahresdaten der WOSCOPS-Studie folgendes Bedeuten: 19% weniger Koronarinterventionen, 10% weniger Schlaganfälle, 31% weniger Herzinsuffizienz und 25% weniger Krankenhaustage. Insgesamt müssten 6 Personen behandelt werden, um eine Aufnahme im Krankenhaus wegen koronarer Herzkrankheit zu verhindern. Diese Angaben sollten sich Ökonomen auf der Zunge zergehen lassen.

Wichtig wäre künftig außerdem, die Kommunikation mit den Patienten anders zu führen: Es sollte nicht immer nur die Höhe des LDL-Spiegels im Fokus des Gesprächs liegen. Ärzte sollten den Betroffenen auch den anhaltenden Nutzen einer möglichst frühen Therapie verständlich machen.

 

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