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Kardiologie 26. Mai 2015

Praxisrelevante Überlegungen zu PM, ICD und Co

Immer mehr Patienten sind Träger kardialer DevicesIm Umgang mit diesen Patienten gilt es, spezfische Aspekte zu beachten.

Ein praxisrelevanter Aspekt bei Device-Trägern ist beispielsweise die Frage, inwieweit bei diesen Patienten eine MRT-Untersuchung möglich ist. Diesem Thema widmete OA Dr. Siegmund Winter seinen Vortrag im Rahmen des Linzer Rhythmologie Updates. Nach Vermittlung der Grundlagen des MRT wurden einzelne Devices abgehandelt. Diese werden in MR-safe/-conditional/-unsafe eingeteilt. Bei Herzschrittmachern ist weiterhin auf die Zulassung (1,5 bzw. 3 Tesla-Tauglichkeit) zu achten. Stents sind meist MR-tauglich, bis auf einige wenige große periphere Stents, hier sollte ebenfalls auf die Zulassung geachtet werden. Wichtig ist, dass stillgelegte Sonden und Sondenbrüche eine Kontraindikation für eine MRT darstellen. Fakt ist, dass eine MRT mit implantiertem Device ohne Vor- und Nachsorge durch einen Kardiologen weiterhin nicht möglich ist und jedes Aggregat vor und nach der Untersuchung individuell zu programmieren ist.

Fahrtauglichkeit und Leistungssport

Weitere wichtige alltagsrelevante Fragen von Device-Trägern betreffen die Fahrtauglichkeit sowie jene der erlaubten Belastungsintensität beim Sport. Bezüglich Fahrtauglichkeit nach ICD-Implantation wird zwischen primär- und sekundärprophylaktischer Indikation unterschieden. Nach primärprophylaktischer Implantation hat der Patient laut österreichischem Führerscheingesetz ein Fahrverbot von einem Monat. Nach sekundärprophylaktischer ICD-Implantation müssen 6 Monate Fahrpause eingehalten werden und der Patient ist erst wieder fahrtauglich, wenn keine Schocks oder ATPs dokumentiert wurden. Innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren darf es zwar zu ICD-Therapien kommen, allerdings dürfen diese nicht von Synkopen, Präsynkopen oder Verkehrsauffälligkeiten begleitet sein.

Bezüglich Leistungssport mit ICD sollte die bisherigen restriktive Haltung neu überdacht werden. Ob Hochleistungssport mit implantiertem Defibrilator möglich ist, sollte individuell entschieden werden, unter Abwägung von Nutzen und Risiko.

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