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Kardiologie 20. Februar 2015

Yoga optimiert kardiovaskuläres Risikoprofil

Eine aktuelle Metaanalysedeutet darauf hin, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren durch Yoga ähnlich stark verbessert werden wie durch Sport.

Paula Chu und Kollegen von der Harvard Medical School in Boston, USA, haben insgesamt 37 randomisiert-kontrollierte Studien ausgewertet, in denen Asana-Yoga mit diversen kardiovaskulären Risikofaktoren in Beziehung gesetzt wurde. 32 dieser Studien konnten für eine Metaanalyse berücksichtigt werden. Bei etwa einem Drittel der Studien wurden Probanden, die Asana-Yoga praktizierten, mit Probanden ohne spezifische kardioprotektive Aktivitäten verglichen. In gut einem Fünftel der Studien wurden Yoga und Sport gegenübergestellt. In den übrigen Studien kamen andere Vergleichsinterventionen zum Einsatz, darunter Ernährungsinterventionen, kognitive Therapien und Entspannungsübungen.

Das Ergebnis: In Summe scheint Yoga im Vergleich zu „keine Intervention“ das kardiovaskuläre Risikoprofil signifikant zu verbessern. Der Effekt ist dabei ähnlich groß wie bei aerober sportlicher Betätigung.

Im Detail kommt es bei Yoga-Aficionados über einen Zeitraum von im Median 12 Wochen im Vergleich zu Menschen, die keinerlei sportliche Aktivität ausüben, zu einem Abfall des systolischen Blutdrucks um 5,2 mmHg, zu einer Verringerung des LDL-Cholesterins um 12,1 mg/dl und zu einer Reduktion des BMI um 0,77 kg/m2. Außerdem stieg das HDL-Cholesterin um 3,2 mg/dl. Auch bei den als sekundäre Endpunkte der Metaanalyse definierten Parametern Körpergewicht, diastolischer Blutdruck, Gesamtcholesterin und Herzfrequenz gab es jeweils statistisch signifikante Verbesserungen. Keinen Benefit gab es hingegen bezüglich Nüchternglukose und HbA1c.

Einige der ausgewerteten Studien erlauben eine Aussage über den Zusatznutzen von Yoga als Ergänzung zu medikamentöser Risikofaktorkontrolle. Auch hier wurden in der Gesamtschau signifikante Effekte nachgewiesen. Yoga scheint demnach – erneut ähnlich wie Sport – auch bei bereits gut medikamentös eingestellten Herz-Kreislauf-Patienten einen Zusatznutzen zu haben.

Chu und Kollegen interpretieren die kardiovaskuläre Risikosenkung durch Yoga als Folge der stresslindernden Wirkungen. Neuroendokrine und metabolische Effekte sowie Effekte auf den Vagotonus werden diskutiert.

 

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